KOLUMNEN

11:18 | 06.03.2012
In unsicheren Zeiten holen wir die Besten ins Boot

Politische Ereignisse können sich zwar kurzfristig auf die Finanzmärkte auswirken, doch letztlich setzt sich immer das wirtschaftliche Umfeld durch, lautet eine Weisheit der Börsenlegende André Kostolany. Wir erleben seit Monaten das Gegenteil. Eine gefährliche Situation, in der nur ausgewählte Fondsmanager die Weichen richtig stellen.

Die deutschen Unternehmen haben im Jahr 2011 netto rund 80 Milliarden Euro verdient. Sie verfügen über Bargeldreserven von mehr als 170 Milliarden Euro. Doch Zahlen wie diese lassen die Börsen einfach kalt. Seit Monaten reagieren die Märkte kaum noch auf ökonomische Fakten. Stattdessen stiftet die stets wechselnde Informationslage von den politischen Gladiatoren in der Arena des EU-Kolosseums ständige Verwirrung.

Keine Frage: Wir erleben derzeit eine anhaltende Phase politischer Börsen und das zerrt an den Nerven der Anleger. Jeder, der derzeit auf Europa blickt, fragt sich, wie man auf ein solches Umfeld reagieren kann. Die politischen Nachrichten, die die Märkte bestimmen, sind rational kaum zu fassen. Wie geht beispielsweise das derzeitige “griechische Drama” aus? Was würde  passieren, wenn Italien den Schutz des Euro-Rettungsschirms sucht? Niemand kann auf Erfahrungen in einer vergleichbaren Situation zurückgreifen. Dennoch bleibt die Zeit nicht stehen. Wie können Anleger in dieser unsicheren Lage reagieren? Was ist sinnvoll?

Als Tochter eines Vermögensverwalters verlassen wir uns beim Dachfonds WI Selekt D auf das Geschick von Profis, die wir sehr aufwändig auswählen. Das Portfolio ist eher konservativ ausgerichtet. Daher suchen wir nach Fonds, deren Manager Verluste in kritischen Marktphasen erfolgreich begrenzen konnten. Immerhin 1.000 Portfolios erheben diesen Anspruch. Doch nur etwa ein Zehntel erfüllt ihn nach unseren Berechnungen auch nachhaltig. Das zeigt eine eigens entwickelte Analysesystematik, die neben einigen Kennzahlen vor allem die Performance möglicher Zielfonds in unterschiedlichen Marktphasen bemisst. Vor allem Abwärtsbewegungen stehen dabei im Fokus. Nur etwa 100 Portfolios überstehen die harte Auswahl. Diese nehmen wir näher ins Visier. Doch nur, wenn wir nach weiteren Analysen und Gesprächen überzeugt sind, dass die Fondsmanager ihren Erfolg wiederholen können, investieren wir.

Zu unseren größten Positionen, in die wir investiert waren, seit wir den WI Selekt D im Herbst 2010 auf die Absolute-Return-Strategie umgestellt haben, zählen der INVESCO Balanced Risk Allocation Fund und der AC Risk Parity Fund. Das erste Portfolio wurde 2008 aufgelegt und gewichtet die drei Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe stets so, dass ihr Beitrag zum Portfoliorisiko in etwa gleich hoch ist. Der AC Risk Parity Fund, den Aquila Capital für Alceda Management berät setzt erfolgreich auf eine ähnliche Strategie wie sie die Yale-Universität anwendet. Ihre Performance lag Jahrzehnte lang über dem Aktienmarkt. Gleichzeitig war das Risiko geringer.

Bei den meisten Fondsmanagern, die derzeit erfolgreich agieren, heißt das Rezept Nummer eins beim Ausbruch einer Krise, die schwierig abzuschätzen ist, “auf Nummer sicher” gehen und von riskanten Papieren in Cash umzuschichten. Doch wer diese Strategie fährt, muss beachten: Märkte können rasch wieder deutlich zulegen. Wer dann nicht investiert ist, verpasst womöglich Gewinne. Den Investitionsgrad optimal zu steuern – das gelang jahrelang dem Mischfonds Carmignac Patrimoine. Auch der AETHNA Aktiv liefert seit langem gute Ergebnisse. Kürzlich betrug die Cash-Quote in unserem Dachfonds noch 30 Prozent. Doch dieser Wert ist nicht in Stein gemeißelt: die Investitionsquoten der Fondsmanager ändern sich rasch und die Cash-Quote ist mittlerweile wieder deutlich reduziert worden.

Die meisten Fondsmanager, die unseren Auswahlprozess erfolgreich bewältigen, investieren nicht nur nach fundamentalen Kriterien, sondern verlassen sich auch auf systematische Entscheidungsprozesse, die meist auf computerbasierten Kennzahlensystemen basieren. Dazu zählt auch der bereits erwähnte INVESCO Balanced-Risk Allocation Fonds. Der Fonds kann durch ein sehr effektives Risiko-Management überzeugen. 2008 aufgelegt, konnte keine Krise das Portfolio bisher aus dem Tritt bringen.

Die Strategien der Besten zeigen aber auch: Diversifikation bleibt gerade in unsicheren Zeiten die Erfolgsformel für vorsichtige Anleger. Alles auf eine Karte setzen und etwa nur in Cash, Gold oder Immobilien zu investieren, ist hingegen gefährlich. So ist auch der Managed Futures Fonds Estlander & Partners Freedom Fund ein Dauerbrenner im Portfolio. Seine Manager erzielten in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich zwölf Prozent Rendite pro Jahr. Die Experten agieren mit Terminkontrakten auf zahlreichen Märkten. Die Zusammensetzung ihres Portfolios ändert sich daher nahezu täglich.

Zu guterletzt ist festzustellen, dass der Einsatz von Derivaten heutzutage für erfolgreiche Absolute-Return-Strategien unerlässlich ist. Gerade in zunehmend schwierigeren und volatileren Börsenzeiten können die Fondsmanager damit rasch und effizient reagieren.

Mit den Strategien der nachweislich Besten sind Anleger gut gerüstet – auch wenn der Ausgang letztlich unsicher bleiben muss. Sicher auf der Verliererseite dürfte hingegen stehen, wer ausschließlich auf Festgeld setzt. Denn es dürfte kaum gelingen, die drei Prozent Kaufkraftverlust im Euroraum durch Zinsgewinne wettzumachen; ganz zu schweigen von der Steuerlast, die zusätzlich an den Erträgen nagt.


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