KOLUMNEN

12:03 | 25.02.2014
Kurssturz bei Curasan: Jetzt zugreifen?

Innerhalb von nur vier Monaten hat die Curasan-Aktie in der Spitze mehr als 40 Prozent verloren. Am 15. Oktober notierte das Papier noch bei 3,09 Euro, in der vergangenen Woche markierte es bei 1,73 Euro ein neues 5-Jahrestief. Was steckt hinter dem Kurssturz? Branchenbeobachter vermuten, dass institutionelle Anleger die Geduld verloren und Bestände abgebaut haben. Bereits im Januar hatte die in Wien ansässige Semper Constantia das Unterschreiten der 3%-Schwelle gemeldet. Befürchtungen, dass der Kurssturz auch operative Gründe hat, trat das Unternehmen gestern mit der Vorlage der vorläufigen 2013er-Zahlen entgegen. Risikobereite Anleger spekulieren auf ein Comeback.Umsatzverdopplung in 2013

Curasan-Aktionäre können aufatmen: der Spezialist für Regenerative Medizin hat im vergangenen Geschäftsjahr seine Ziele erreicht und nach vorläufigen Zahlen die angekündigte knappe Verdopplung des Umsatzes realisiert. Beim Ergebnis hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben sogar besser als geplant abgeschnitten, ohne allerdings schon konkrete Zahlen zu nennen. Angesprochen auf den jüngsten Kursverfall erklärt Curasan-Vorstand Hans Dieter Rössler: „Es gibt definitiv keine operativen Gründe dafür.“

Auch finanzielle Engpässe bestehen nicht. „Unser Ziel ist es mit den eigenen Mitteln und dem bestehenden Finanzierungsrahmen solange auszukommen, bis uns Liquidität aus anderen Quellen, wie z. B. aus dem Schadensersatzprozess gegen Stryker, zufließt“, erläutert Rössler. Eine Kapitalerhöhung auf dem derzeitigen Kursniveau sei „nicht attraktiv“. Wann die erwartete Millionenzahlung von Stryker eintrifft, ist noch ungewiss. Bereits seit 2011 läuft die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Vertriebspartner um Schadensersatz. Die Berufungsverhandlung zum Schadensersatzanspruch hat Curasan bereits gewonnen. Am 18. März findet nun die erste Verhandlung zur Festlegung der Schadenshöhe statt. Denkbar wäre auch ein Vergleichsangebot von Seiten Strykers.

US-Markt im Visier

Die im vergangenen Sommer erfolgte Übernahme eines Großteils der Dentalsparte der Riemser Pharma GmbH ist die Basis für die weitere Expansion. „Zum einen hat sich dadurch unser Wachstum beschleunigt, was sich weiterhin fortsetzen wird, da wir sowohl mit den übernommenen Produkten wachsen werden als auch mit neuen Produkten, die wir in die übernommenen und von uns erweiterten und besser qualifizierten Vertriebsstrukturen in diesem Jahr schrittweise einbringen werden. Zum anderen haben wir uns damit eine operative Plattform für Vertriebsaktivitäten in den USA geschaffen, die wir in etwa zwei Jahren zusätzlich für die orthopädischen Produkte nutzen können“, ist Rössler überzeugt. Das aktuell niedrige Kursniveau sieht der Konzernlenker als Einstiegschance für Anleger. Die nächsten Tage müssen nun zeigen, ob die gestrige Erholung lediglich ein Strohfeuer war oder bereits der Startschuss zur Trendwende. Fundamental wären Kurse um drei Euro durchaus gerechtfertigt – ein weiteres positives Urteil im Stryker-Prozess könnte zusätzliche Potenziale freisetzen.

Ihr Christoph Martin


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