KOLUMNEN

9:01 | 17.11.2010
Kursverdoppler in Chinas Food-Sektor

Die Inflationsentwicklung in China sorgte an den Weltbörsen vergangene
Woche für Angst und Schrecken. Die Verbraucherpreise dort sind im
Oktober um 4,4 Prozent gestiegen, und damit so stark wie schon seit zwei
Jahren nicht mehr. Dies schürte Befürchtungen, dass Chinas Notenbank
demnächst nochmals Leitzinserhöhungen vornehmen könnte, oder dass Peking
andere Maßnahmen auflegen werde, um das Wachstum zu drosseln.

Der Anstieg der Verbraucherpreise war früher oder später zu erwarten. Er
ist eine direkte Folge des nach wie vor äußerst robusten chinesischen
Wachstums, das im dritten Quartal immer noch bei 9,6 Prozent lag. Da der
Wohlstand in der Bevölkerung stetig zunimmt, ist vor allem die
Binnennachfrage kaum zu bremsen. Bei den Einzelhandelsumsätzen etwa
ergab sich im Oktober ein Anstieg um 18,9 Prozent.

Dieser Trend wird noch über viele Jahre hinweg anhalten. Dies liegt vor
allem daran, dass die chinesischen Löhne immer noch deutlich stärker
steigen als die Preise. Das Durchschnittskommen der städtischen
Haushalte erhöhte sich in der ersten Jahreshälfte um 10,2 Prozent auf
9757 Yuan (1460 Dollar). In den ländlichen Gebieten war das
Durchschnittseinkommen zwar mit 3078 Yuan deutlich niedriger, doch die
Zuwachsrate befand sich hier sogar bei 12,6 Prozent. Die meisten
Volkswirte gehen davon aus, dass diese Wachstumsraten sich in den
kommenden Jahren fortsetzen werden. IHS Global Insight geht bei den
chinesischen Löhnen bis 2020 von einem jährlichen Anstieg von 9 bis 12
Prozent aus. Die Deutsche Bank erwartet für den Niedriglohnsektor sogar
einen Anstieg von 15 Prozent pro Jahr.

Interessant ist, dass diese Lohnsteigerungen sich auf die
Preisentwicklung so gut wie gar nicht ausgewirkt haben. Die Preise für
Fabrikwaren wie Möbel, Textilien oder Haushaltsgeräte blieben so gut wie
unverändert. Zwar musste die chinesische Industrie durchwegs höhere
Löhne schultern, konnte dies aber durch Modernisierungsmaßnahmen und
Produktivitätssteigerungen wettmachen. Bei den meisten chinesischen
Firmen ist in Punkto Effizienz noch viel Spielraum vorhanden. Dies
sollte den Effekt steigender Löhne auf die Preise auch künftig stark
abdämpfen.

So gut wie kein Spielraum besteht dagegen bei Lebensmitteln und
Agrarprodukten. Hier lassen sich weder die Produktion noch die
Ackerflächen beliebig vermehren. Gleichzeitig steigen der
Nahrungsmittelverbrauch und die Qualitätsansprüche der chinesischen
Konsumenten enorm. Gerade bei Fleisch, Eiern oder Frischobst waren
deshalb höhere Preise unvermeidlich. Insgesamt sind die
Lebensmittelpreise in China im Oktober um 10,1 Prozent nach oben
geschnellt, und standen damit für den Löwenanteil des gesamten
Preisschubs. Die Kern-Inflationsrate ohne Nahrungsmittel lag lediglich
bei 1,6 Prozent.

Wir von ASIEN-Trends haben schon vor mehr als einem Jahr einen
deutlichen Preisschub für Lebensmittel prognostiziert bedingt nicht
zuletzt durch den steigenden Wohlstand der chinesischen
Milliardenbevölkerung. Unsere Leser erzielten mit den Aktien von China
Yurun Food (Schweinefleisch) und China Mengniu Dairy (Milchprodukte)
bisher Buchgewinne von 150 Prozent und 110 Prozent.

Und die Perspektiven im chinesischen Food- und Agrarsektor sind noch
keineswegs ausgereizt. In den Bereichen Supermärkte, Fast-Food und
Lebensmittelproduktion, aber auch bei Großfarmen, Plantagen, Viehfutter
oder Kunstdünger gibt es noch zahlreiche Einzelwerte, die in den
kommenden Monaten und Jahren außerordentliche Renditen versprechen.

Die besten Empfehlungen und Einstiegs-Zeitpunkte hierzu finden Sie
jeweils in unserem Börsenbrief ASIEN-Trends, den Sie unter
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