KOLUMNEN

11:26 | 14.11.2016
Softing vor Schlussspurt: „Treibsatz für das Wachstum“

Die 9-Monatszahlen der Softing AG (ISIN DE0005178008) waren auf der Ergebnisseite noch von Investitionen in den Mitarbeiteraufbau und in Produktinnovationen geprägt. „Aber gerade dies bildet den Treibsatz für unser Wachstum in den nächsten Jahren“, stellt Softing-Vorstandschef Dr. Wolfgang Trier im Gespräch mit financial.de klar. Die Oberbayern, spezialisiert u. a. auf den digitalen Datenaustausch in den Feldern Automotive und Industrial, stehen vor einem starken vierten Quartal – und einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2017. „Wir rechnen mit einem guten Jahresendgeschäft und bisher deutet alles darauf hin. Entsprechend fühlen wir uns mit unserer 2016er-Prognose wohl, die von einem Jahresumsatz im Fenster zwischen 80 und 85 Mio. Euro und von einem EBIT im Fenster zwischen 7 und 8 Mio. Euro ausgeht“, bekräftigt der Konzernlenker.

Starke Aufstellung in den USA und im Bereich Industrie 4.0

„Kernziele bleiben Wachstum und eine deutliche Verbesserung der Margen“, gibt Dr. Trier die Richtung vor. Dabei sieht er u. a. in der starken Aufstellung in den USA einen strategischen Wettbewerbsvorteil – auch und gerade unter einem US-Präsidenten Donald Trump: „Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur der Automatisierungsindustrie in den USA wieder anziehen wird. Und wir können Produkte und Leistungen von unserer US-Tochter pflegen, weiterentwickeln und produzieren lassen. Softing-Produkte können so zu beliebigen Teilen als ‚Made in USA‘ im US-Markt präsentiert werden.“

Positive Impulse verspricht zudem der Bereich Industrie 4.0, wo sich die Anzahl der Anwendungen für Softing-Produkte und der technische Kommunikationsbedarf massiv ausweiten. In einer Doppelstrategie konzentriert sich Softing in diesem Segment auf höherwertige Lösungen und höhere Stückzahlen beim Volumengeschäft. „Die jüngste Entwicklung bestätigt uns in dieser strategischen Ausrichtung“, so der CEO im Gespräch mit Financial.de.

5.000 Lizenzen allein bei Audi“

Ehrgeizige Ziele verfolgt der Vorstand mit der Softing-Tochter IT Networks GmbH. „Unser Ziel ist, das hinter der IT Networks GmbH stehende Segment von rund 10 Mio. Euro schrittweise erst auf 15 Mio. und anschließend auf 20 Mio. Euro Umsatz zu heben. Diese angepeilte Umsatzverdoppelung wird sich weit überproportional auf den Ertrag auswirken“, ist Dr. Trier optimistisch.

Erfolgreich gestartet ist zudem die Automotive Diagnose App „Car Asyst“, die Softing gemeinsam mit dem Automobilkonzern Audi entwickelt hat. „Car Asyst“ liefert die vollständigen Diagnosedaten in wenigen Sekunden. Dies schafft für die Audi-Werkstätten enorme Produktivitätsvorteile. „Im Endausbau halten wir gut 5.000 Lizenzen allein bei Audi für realistisch. Wir werden die gleiche technologische Basis aber auch bei anderen Herstellern einsetzen. Die nächsten Anwender liegen bei den Nutzfahrzeugen. Dies ist ganz überwiegend ein Software-Geschäft und wird sich mittelfristig entsprechend positiv auf unsere Profitabilität niederschlagen“, verrät der Konzernlenker.

Kursziel 17,50 Euro

Bezüglich der weiteren Perspektiven der Softing AG blickt Dr. Trier optimistisch in die Zukunft: „Softing steht vor einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2017. Ich bin zuversichtlich, dass auch die Anleger diese Perspektiven mittelfristig honorieren und ihre Zurückhaltung ablegen werden.“ Zumal Warburg Research den fairen Wert der Softing-Aktie bei 17,50 Euro sieht – mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Spekulative Anleger fahren bei Softing mit und sichern sich mit einem Stopp bei 8,50 Euro ab.

Ihr Christoph Martin


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