KOLUMNEN

8:43 | 23.11.2010
Unentdeckte Märkte: Auf Perlensuche in Afrika

Amerika, Asien, Europa – diese Regionen haben die Kapitalanleger schon lange für sich entdeckt. Anders ist das in Afrika: Dieser Kontinent ist der letzte weiße Fleck auf der Landkarte der Börseninvestoren.

Bei der Afrika-Berichterstattung dominieren Katastrophenmeldungen, im weltweiten Geschäft spielen höchstens Südafrika und die Maghreb-Staaten, also vor allem die nordafrikanischen Staaten Algerien, Marokko und Tunesien, eine Rolle.

Dabei bieten sich auch in Afrika gute Chancen, an der Börse interessante Perlen zu finden: Die afrikanischen Volkswirtschaften wuchsen 2009 im Durchschnitt um 1,7 Prozent. Für 2010 rechnen Experten der OECD mit durchschnittlich 4,7 Prozent Wirtschaftswachstum. Die ungebrochene wirtschaftliche Dynamik einerseits und die günstigen fundamentalen Bewertungen afrikanischer Dividendentitel andererseits locken zum Einstieg.

An den Börsen außerhalb Südafrikas sind die inländischen Kapitalanleger noch weitgehend unter sich. Auf ausländische Investoren entfallen nur 10 bis 25 Prozent vom Börsenumsatz. Wenn mehr finanzkräftige Investoren aus dem Ausland die Märkte entdecken, sind rasche Kurssteigerungen wahrscheinlich.

Seit Januar 2009 sind fast alle afrikanischen Aktienbörsen gestiegen. Zu den Ausnahmen gehören Nigeria und Kenia. Mit einem Plus von 23 bzw. 24 Prozent glichen diese Aktienmärkte die Verluste allerdings im ersten Quartal des laufenden Jahres teilweise wieder aus. Vor allem Nigeria hat großes Potenzial. Die Umsätze an der Börse in Lagos gehörten in den letzten Monaten zu den höchsten des Kontinents. Vor allem nigerianische Institutionen stehen auf der Käuferseite. Die Wirtschaft des Landes floriert auch aufgrund der hohen Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Derzeit liegt der Nigerian Stock Exchange Index bei gut 26.000 Punkten, bis zum Jahresende könnten es 28.000 Punkte werden – und bis Ende 2011 rund 35.000 oder gar 37.000 Zähler.

Gute Chancen bieten auch Goldminen aus Südafrika und Explorationsfirmen. Auch Megatrends des afrikanischen Kontinents wie das starke Bevölkerungswachstum, die zunehmende Verstädterung, die wachsende Mittelschicht und die dadurch rasch steigende Energienachfrage gehören zu den wichtigsten fundamentalen Investmentthemen.

Das Investment in afrikanische Aktien stellt für Anleger eine besondere Herausforderung dar: die niedrige Liquidität in den meisten Ländern. Alle Börsen zusammen verfügen über eine Marktkapitalisierung von etwa 1.000 Milliarden US-Dollar. Rund 72 Prozent davon entfallen auf die Börse von Johannesburg. Nach Südafrika folgen Ägypten und Marokko. Nur diese Börsen haben eine Größe erreicht, die sie auf dem Radar von globalen Emerging Market Fonds erscheinen lassen. Die Grenze hierfür liegt bei etwa 50 Milliarden US-Dollar.


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