KOLUMNEN

11:37 | 19.10.2010
Unterentwicklung und Korruption – wer soll hier investieren?

Würden Sie in ein Land investieren, das als außerordentlich korrupt gilt? In ein Land, das zudem lediglich über eine erbärmliche Infrastruktur verfügt; in dem die Straßen schlecht sind und die Stromversorgung häufig zusammenbricht? In ein Land, das  zudem mehrheitlich von Muslimen bevölkert wird, die ja dem westlichen Leistungs-Ethos möglicherweise recht zurückhaltend gegenüberstehen könnten?

Die meisten deutschen Anleger würden sich entsetzt dagegen verwahren, auch nur einen Euro in den Aktienmarkt eines solchen Landes zu stecken. Das Dumme ist nur, dass der Index dieses Landes seit einiger Zeit zu den besten Performern auf dem Globus gehört. 2009 stieg dieser Index um satte 87 Prozent; und seit Beginn dieses Jahres war ein weiterer Aufschlag von 42 Prozent drin. Der DAX kam im Vergleich dazu seit Jahresbeginn um weniger als 10 Prozent voran.

Und spätestens, wenn der Name dieses Landes fällt, bekommen viele Anlagestrategen glänzende Augen — denn es handelt sich dabei um Indonesien.

Ohne Zweifel sind Armut, Unterentwicklung und auch Korruption Probleme, die Indonesien weiterhin prägen. An der Börse ist aber nicht nur der Ist-Zustand wichtig, sondern auch die Tendenz — und die weist in Indonesien klar nach oben. Wirtschaftliche und politische Reformen, ausländische Investitionen und vor allem das robuste Binnenwachstum haben bereits zu enormen Fortschritten geführt — und die Aktien an der Börse Jakarta nach oben katapultiert.

Bestechend ist unter anderem die Tatsache, dass Indonesien vergleichsweise wenig von Exporten ins Ausland abhängt. Dies führte unter anderem dazu, dass das Land selbst im Krisenjahr 2009 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent aufwies. Für 2010 und 2011 stehen die Chancen gut, dass ein Wachstum von jeweils 6 Prozent erreicht werden kann. Denn die durch den heimischen Konsum getriebene Binnenkonjunktur entwickelt sich nach wie vor äußerst robust. So stieg etwa der
Autoabsatz im September gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent.

Auch seine Staatsfinanzen hat das Land mittlerweile im Griff. Während die Neuverschuldung der Regierungen global  schwindelerregende Höhen erreicht, schaffte es Indonesien während der Finanzkrise als einziges unter den G20-Ländern, das Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung abzusenken. 2010 wird die Neuverschuldung bei unter 3 Prozent des  Bruttoinlandsprodukts liegen — ein Wert, den auch so “solide” Nationen wie Deutschland seit Jahren vergeblich anstreben.

Dies hat nicht zuletzt dazu geführt, dass die Ratingagentur Standard & Poor?s ihre Einstufung der indonesischen Staatsverschuldung im Frühjahr auf “BB” angehoben hat. Wie viele Länder kennen Sie sonst noch, die in diesem Jahr ein besseres Kreditrating erhalten haben?

Noch ist Indonesien weit davon entfernt, wirtschaftlich das Niveau der südostasiatischen Tigerstaaten (Malaysia, Thailand, Taiwan) erreicht zu haben. Das Wachstumspotenzial ist aber enorm. Allein schon diese Größe des Inselreichs, aber auch sein robustes Wachstum und der riesige Binnenmarkt werden dazu führen, dass das Land von den westlichen Unternehmern und Investoren nicht mehr ignoriert werden kann. Immerhin leben dort fast 240 Millionen Menschen. Damit hat Indonesien nach China, Indien und den USA die viertgrößte Bevölkerung der Welt.

Die Chancen für Anleger in aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Indonesien sind erheblich. Beispielsweise erzielten unsere Leser mit der Aktie von Gudang Garam — eines dort ansässigen Tabakkonzern – seit November 2008 eine Performance von über 1100 Prozent!

In unserem Börsenbrief ASIEN-Trends finden Sie viele weitere Wachstumswerte wie Gudang Garam aus Indonesien und dem übrigen asiatischen Raum.


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