KOLUMNEN

16:37 | 31.01.2012
Wirecard auf Rekordkurs

Starkes Schlussquartal für Wirecard: Mit einer Rekord-EBITDA-Marge von 28 Prozent im vierten Quartal 2011 überraschte der TecDAX-Konzern nicht nur die Analysten. Der zu den führenden Spezialisten für Zahlungssysteme und Risikomanagement gehörende Konzern blickt auf das beste Quartal seiner Unternehmensgeschichte zurück. Wirecard profitiert besonders vom zunehmenden Einsatz von Bank-, Kredit- und Prepaidkarten. Aber auch die wachsende Bedeutung des Internets für den Einzelhandel spielt dem Zahlungsabwickler in die Karten. Die Perspektiven für 2012 sind hervorragend.

Neuer Umsatzrekord

Nach vorläufigen Zahlen steigerte der Wirecard-Konzern seine Erlöse im vergangenen Jahr um 19,6 Prozent auf 324,7 Mio. Euro. Im vierten Quartal 2011 stieg der Umsatz um rund 20 Prozent auf 92,3 Mio. Euro und übertrafen damit den bisher höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte, der mit 84,5 Mio. Euro im dritten Quartal 2011 erreicht wurde. Dank seines Alleinstellungsmerkmals – Wirecard vermarktet als unabhängiger Anbieter kombinierte Bank- und Technologieservices – ist es dem TecDAX-Konzern damit abermals gelungen, deutlich stärker als der Markt zu wachsen.

Gewinnsprung trotz Sonderbelastungen

Auch das EBITDA erreichte im vierten Quartal mit 26 Mio. Euro einen neuen Rekordwert. Im Gesamtjahr 2011 hat Wirecard mit einem EBITDA-Anstieg um 15,4 Prozent auf 84,6 Mio. Euro seine Gewinnprognose eingehalten. Berücksichtigt sind dabei auch einmalige Sonderaufwendungen in Höhe von 5,2 Mio. Euro, die im ersten Halbjahr 2011 anfielen. Ohne diese Belastungen wäre das EBITDA im Vergleich Vorjahr sogar um 22,5 Prozent auf 89,8 Mio. Euro gestiegen. Verantwortlich für die Sonderaufwendungen waren der Umzug der Firmenzentrale und die beschleunigte Expansion in Asien.

Auf Expansionskurs

Ohnehin steht die internationale Expansion bei Wirecard ganz oben auf der Agenda. Mit der im Dezember 2011 erfolgten Übernahme des Prepaidkarten-Geschäfts der britischen Newcastle Building Society (NBS) haben die Bayern ihre Position als einer der führenden Anbieter im europäischen Prepaidkarten-Markt gefestigt. NBS hat rund 1,5 Mio. Prepaidkarten in sechs europäischen Ländern ausgegeben. Seine Position im ostasiatischen Markt hat Wirecard durch die im November 2011 erfolgte Übernahme der in Singapur ansässigen Systems@Work gestärkt. Mit über 500 Kunden ist Systems@Work einer der führenden technischen Zahlungsverkehrsdienstleister für Händler und Banken in der Region.

EBITDA überspringt die 100-Mio-Marke

Damit ist der Grundstein für das weitere Wachstum gelegt, zumal der europäische E-Commerce-Markt 2012 voraussichtlich um rund 11 Prozent zulegen wird. Entsprechend positiv fällt die Prognose von Wirecard-Chef Dr. Markus Braun aus: Der Konzernlenker prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen  (EBITDA) zwischen 103 und 115 Mio. Euro. Analysten nahmen die Prognose begeistert auf. Warburg Research hat seinerseits mit einer Anhebung des Kursziels um mehr als 20 Prozent reagiert. Den fairen Wert der Wirecard-Aktie sieht Analyst Jochen Reichert nun bei 15,80 Euro. Damit stehen die Chancen gut, dass der TecDAX-Wert auch in den kommenden Monaten seinen Rekordkurs fortsetzt und seinen Vergleichsindex weit hinter sich lässt.

Ihr Christoph Martin


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