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15:04 | 26.08.2008
DJ aktiencheck.de/Immobilienfonds trotzen der Krise
DJ aktiencheck.de/Immobilienfonds trotzen der Krise 26. August 2008. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Umsätze haben sich in dieser Woche auf dem niedrigen Niveau stabilisiert, defensive Produkte dominieren den Handel. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an den Aktienmärkten im Zuge der Finanzkrise bleiben Immobilien das Hauptthema an den Fondsmärkten. "Weil die Inflation weiter hoch geht, sucht der Anleger nach etwas Rendite-stärkeren Investitionsmöglichkeiten als Renten. Die Aktie fällt dabei aber weitestgehend aus, hier haben sich viele schon ein blaues Auge geholt", erklärt Christoph Schmidt von N. M. Fleischhacker. Übrig blieben Gold und Beton, um das Anlageziel "Inflationsschutz" zu verwirklichen. Da die Immobilienfonds über viel Eigenkapital verfügen, können die Manager die Ausverkaufsstimmung nutzen und profitieren dadurch besonders stark von den Turbulenzen am Finanzmarkt, die ironischer Weise gerade durch eine Immobilienkrise hervorgerufen wurden. "Solange die Mieteinnahmen weiter sprudeln, entwickeln sich auch die Renditen im Immobilienmarkt gut. Es sind ja nicht alle Immobilien von der Krise betroffen, nur einige Regionen. Einzelne Immobilienaktien sind deswegen weniger beliebt, als Fonds", erklärt der Experte der Wertpapierhandelsbank. Die meisten Immobilienfonds hätten sich mit einer durchschnittlichen Rendie von 5,7 Prozent im vergangenen Jahr so gut entwickelt wie seit 1995 nicht mehr. Im Vergleich zu den Vorwochen beobachtet Christoph Schmidt aktuell aber Umschichtungen im Immobiliensegment: "Hier wird aus einigen Fonds Geld abgezogen und in andere wieder hinein gesteckt, so dass sich langsam einige Produkte herauskristallisieren." Großer Beliebtheit erfreuten sich vor allem der Kanam Grundinvest (WKN 679180), der bereits seit einigen Wochen oben auf der Einkaufsliste der Anleger steht, sowie der SEB Immoinvest (WKN 980230). Beim CS Euroreal (WKN 980500) und beim Axa Immoselect (WKN 984645) hingegen seien die Verkäufer in dieser Woche deutlich in der Überzahl. Wieder gefragt: Renaissance der Biotechnologie Hoffnung auf ein zurückkehrendes Anlegerinteresse an spezielleren Produkten und Themenfonds eröffne der DWS Biotech Aktientyp 0 (WKN 976997), der nach Auskunft von Christoph Schmidt in dieser Woche überraschend stark gekauft wird. "Biotechnologieunternehmen sowie die gesamte Pharmabranche trotzen der Krise weitestgehend. Das liegt daran, dass der Sektor lange Zeit ignoriert und untergewichtet wurde, weil sich viele Investoren vor allem auf Finanzwerte und Zyklika konzentriert haben. Die Biotech-Werte erleben daher eine Art Revival, das sich in einer Outperformance gegenüber den meisten Indizes zeigt", erklärt Schmidt. Vor allem in den USA, wo die Biotech-Fonds primär anlegen, sei die Entwicklung besonders deutlich. So hat beispielsweise der Nasdaq Biotech Index, der sich aus 149 verschiedenen Firmen aus dem Biotech-Bereich mit einer gesamten Marktkapitalisierung von 363 Mrd. US-Dollar zusammensetzt, seit dem letzten Börsenknick im Juni diesen Jahres in Euro über 21 Prozent zugelegt - deutlich mehr als der DAX, der im gleichen Zeitraum leichte Verluste verbuchen musste. Ganz im Gegensatz zu den Biotech-Fonds bleiben andere amerikanische Fonds aber trotz des wieder erstarkenden Dollars nach wie vor unbeliebt. "Die Anleger haben noch im Hinterkopf, dass man bisher mit US-Aktienfonds nichts verdienen konnte und bleiben deshalb lieber bei deutschen oder europäischen Aktienfonds", meint Christoph Schmidt. Politische Risiken bestimmen den Kurs Pessimistisch zeigen sich Investoren in dieser Woche auch im Hinblick auf die Schwellenländer-Fonds DWS Russia (WKN 939855) und DWS India (WKN 974879), die beide verkauft werden. Wie Christoph Schmidt vermutet, überwiegen bei russischen Produkten derzeit die gestiegenen politischen Risiken, die die Anleger verunsichern. Anders beim DWS India, hier seien vor allem Gewinnmitnahmen für die Verkäufe verantwortlich. Vom Zufall getrieben Die Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland zeigen unterdessen ein gemischtes Bild. Der Cominvest Fondak (WKN 847101), der in den vergangenen Wochen gut gelaufen ist, wird abgegeben. Auf der anderen Seite werde der noch vor einigen Tagen unbeliebte DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN 976986) aktuell gekauft. "Die Entwicklung bei den deutschen Aktienfonds erscheint derzeit etwas vom Zufall getrieben. Das liegt wahrscheinlich an den weiter sehr geringen Umsätzen.", so der Spezialist. © 26. August 2008/Karoline Koch (END) Dow Jones Newswires August 26, 2008 09:04 ET (13:04 GMT) |
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