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15:24 | 28.11.2008
Balda verschafft sich finanziell Luft – Bankkredit bis 2009

BAD OEYNHAUSEN (dpa-AFX) – Der angeschlagene Handyzulieferer Balda
hat sich finanziell Luft verschafft. Nach monatelangen Verhandlungen mit den
Banken haben diese ihren Kredit bis Ende 2009 verlängert, wie Balda am Freitag
in Bad Oeynhausen mitteilte. Nach einer Tilgung von 7,5 Millionen Euro betrage
die Kreditsumme nun 76,5 Millionen Euro. Im Laufe der nächsten Woche sei die
Unterzeichung der Verträge geplant, hieß es weiter. Der Kredit macht rund zwei
Drittel der Gesamtschulden des Konzerns aus. Die Aktie lag am Nachmittag 29,17
Prozent im Plus bei 0,47 Euro. Spekulationen über einen Abschluss mit den Banken
hatten das Papier schon den ganzen Tag angetrieben.

“Wir haben dank des Verkaufs von Anteilen am Touchscreen-Produzenten TPK
einen Teil des ursprünglichen Kredits zurückzahlen können und günstigere
Konditionen bekommen”, sagte Finanzchef Dirk Eichelberger der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Balda hatte Ende Oktober beschlossen, sich
von 12 seiner 50 Prozent an TPK zu trennen und damit abrupt mit seiner
bisherigen Strategie gebrochen, sich eher auf die berührungsempfindlichen
Bildschirme denn auf Kunststoffkomponenten und Elektronik für Mobiltelefone zu
konzentrieren. Eichelberger verteidigte den von einigen Marktteilnehmern
gescholtenen Schwenk: “Wir brauchen dank der Einnahmen kein frisches Geld von
den Banken.” Wie teuer Balda seine Anteile verkauft hat, wollte er nicht sagen.

VIERTES QUARTAL ‘IM RAHMEN DER PLANUNGEN’

Balda war insbesondere durch den Wegfall des Kunden BenQ Mobile in eine
existenzbedrohende Krise geraten. Der zuerst fehlgeschlagene Verkauf der
deutschen Handyschalen-Produktion verschärfte die Situation drastisch.
Zwischenzeitlich gab es immer wieder Spekulationen über eine Insolvenz, zumal
die Einigung mit den Banken auf die Fortführung des Kredits auf sich warten
ließ.

Im Gesamtjahr rechnet Eichelberger weiter mit roten Zahlen. “Das vierte
Quartal verläuft im Rahmen der Planungen.” Bis Weihnachten will er den Verkauf
der letzten deutschen Produktionstochter Medical abgeschlossen haben, die
Kunstoffkomponenten für die Pharmaindustrie herstellt. “Den Termin halte ich für
durchaus möglich.” Zu Preisvorstellungen und Interessenten äußerte er sich mit
Verweis auf den laufenden Verkaufsprozess nicht./das/ck


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