12:45 | 09.02.2010
ROUNDUP 2: Freenet-Aktionäre sehen nach zwei Jahren wieder Dividende
(neu: Analystenreaktionen)
BÜDELSDORF (dpa-AFX) – Freenet will nach einem Gewinnsprung im
abgelaufenen Jahr wieder eine Dividende zahlen. Der Mobilfunkanbieter aus
Büdelsdorf konnte im abgelaufenen Jahr laut vorläufigen Zahlen seinen Gewinn
mehr als verdoppeln. Nun sollen auch die Aktionäre wieder mit einer Dividende
von 20 Cent je Aktie beteiligt werden, nachdem sie zwei Jahre leer ausgegangen
waren. An der Börse sorgte die Ankündigung für einen Kurssprung: Bis zum Mittag
stieg die Aktie um mehr als drei Prozent.
Am Mittag stieg der Freenet-Kurs um rund 3,7 Prozent. Börsianer feierten vor
allem die Ausschüttung an die Aktionäre. Nach Ansicht von Analyst Jochen
Reichert von SES Research sollten die Ergebnisse wegen Einmaleffekten nur auf
operativer Ebene bewertet werden. Hier habe das Unternehmen im Mobilfunkbereich
zuletzt ein “unglaublich starkes Quartal” abgeliefert. Zudem sei Freenet mit der
Restrukturierung auf Kurs. Zusammen mit der Dividende sei der Blick in die
Zukunft damit positiv. Einen Ausblick für 2010 gab Freenet bislang nicht. Ein
anderer Analyst sagte, wie die Entwicklung tatsächlich ausgefallen sei, werde
sich erst im Geschäftsbericht zeigen, wenn zum Beispiel die Kundenzahlen
vorlägen. Freenet will die Bilanz nach derzeitigem Plan am 16. März vorlegen.
SCHULDEN GESENKT
Freenet-Vorstandschef Christoph Vilanek zeigte sich zufrieden mit den
Ergebnissen: “Wir haben unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2009 erreicht”, sagte
er. Durch die eingenommenen Barmittel und den Verkauf der Geschäftsbereiche
seien die Nettofinanzverbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr um etwa 40
Prozent gesenkt worden. Im Zuge der Übernahme des Konkurrenten Debitel vor gut
anderthalb Jahren hatte Freenet einen Schuldenberg von mehr als einer Milliarde
Euro angehäuft. Den Schuldenabbau hatte Vilanek zuletzt zur Bedingung für eine
Ausschüttung an die Aktionäre gemacht.
Der Freenet-Chef will sich in Zukunft ganz auf das Mobilfunkgeschäft
konzentrieren und trennte sich deshalb im vergangenen Jahr nicht nur von der
DSL-Sparte, sondern auch vom Webhoster Strato. Unterm Strich konnte der
Mobilfunkanbieter so seinen Gewinn mit 256,5 (Vorjahr: 111,6) Millionen Euro
mehr als verdoppeln. Die aufgegebenen Geschäftsbereiche und Verkaufserlöse
trugen einem Sprecher zufolge rund 240 Millionen Euro zum Ergebnis bei, während
das laufende Geschäft nur einen Gewinn von knapp 17 Millionen Euro einbrachte.
PROGNOSE ÜBERTROFFEN
Auf die Jahreszahlen wirkte sich die Debitel-Übernahme noch einmal positiv
aus: Der Umsatz belief sich auf 3,65 Milliarden Euro nach 2,8 Milliarden Euro im
Vorjahr. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) stieg auf
327,2 (Vorjahr: 172,1) Millionen Euro. Bereinigt um Einmalbelastungen aus dem
Konzernumbau und dem Verkauf des DSL-Geschäfts übertraf das EBITDA mit 393
Millionen Euro die Prognose des Unternehmens./gr/she/tw
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