12:07 | 18.05.2011
ACS-Chef gibt Gas: Hochtief soll ‘rentablere Firma’ werden
ESSEN (dpa-AFX) – ACS-Chef Florentino Pérez gibt nach
der Machtübernahme bei Hochtief Gas und will den in die Verlustzone
gerutschten Essener Baukonzern wieder zu einer “rentableren Firma” machen. “Ich
glaube, dass all diejenigen, die bis jetzt nicht an uns glauben, bald einen
Hochtief-Konzern sehen, der sich prächtig entwickelt und Wert für die Aktionäre
schafft”, sagte der Chef des hoch verschuldeten spanischen Baukonzerns in einem
Interview mit dem “Manager Magazin”(Freitag).
Geplant sei, vor allem die Zusammenarbeit mit Hochtief im Industriebau zu
vertiefen. Er habe die Vision, die bedeutendste Infrastrukturgruppe der Welt zu
schaffen, so Pérez. “Diese Aufgabe möchten wir gemeinsam mit den Arbeitnehmern,
mit dem Management und den Gesellschaftern von Hochtief angehen”, sagte er.
ACS hat bereits mehr als 43 Prozent der Anteile an Hochtief und will bis zur
Jahresmitte die Mehrheit übernehmen. Bereits bei der Hauptversammlung in der
vergangenen Woche hatte ACS die Abstimmungsmehrheit auf seiner Seite und konnte
den Hochtief-Aufsichtsrat nach eigenen Vorstellungen besetzen. Der
Machtübernahme durch den spanischen Konkurrenten war ein monatelanger
vergeblicher Abwehrkampf vorausgegangen. ACS hatte nach Bekanntwerden der
Probleme bei Hochtief auch die eigene Prognose für das laufende Jahr deutlich
absenken müssen.
Erst in dieser Woche hatte Hochtief für die ersten drei Monate des laufenden
Geschäftsjahres einen drastischen Ergebnisrückgang mit einem Konzernverlust von
169,5 Millionen Euro gemeldet. Das Vorsteuerergebnis brach sogar um 565,3
Millionen Euro auf minus 444,8 Millionen Euro ein. Hintergrund sind Probleme bei
der australischen Tochtergesellschaft Leighton.
Nach einer noch von dem mittlerweile aus dem Unternehmen ausgeschiedenen
Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter vorgelegten Prognose soll sich
das Vorsteuerergebnis des Vorjahres von 756,6 Millionen Euro im laufenden Jahr
halbieren. Für die Jahre 2012 und 2013 hatte Lütkestratkötter jedoch bereits ein
deutliches Plus mit einem Vorsteuerergebnis von jeweils rund einer Milliarde
Euro angekündigt./uta/DP/stw
|