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10:45 | 13.09.2010
AKTIE IM FOKUS 2: Deutsche Bank nach Rekord-Kapitalerhöhung wieder im Plus

(Neu: Analystenkommentare UBS, Equinet)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Bank sind am Montag nach einer
Rekord-Kapitalerhöhung um ihr Schlussniveau geschwankt. Die Aktien der größten
deutschen Bank pendelten in den ersten anderthalb Stunden in einer laut Händlern
“engen Spanne” zwischen 47,19 und 48,12 Euro und standen zuletzt mit 0,21
Prozent im Plus bei 47,800 Euro. Am Freitag hatten die Aktien bereits in
Erwartung der Kapitalerhöhung 4,64 Prozent auf 47,700 Euro verloren. Der Dax
stand gegen 10.30 Uhr mit 0,78 Prozent im Plus.

Der deutsche Branchenprimus will am Aktienmarkt mindestens 9,8 Milliarden
einsammeln und sich damit die Postbank ganz einverleiben und sich für
die strengeren Regeln für die Finanzbranche rüsten. Ein Börsianer kommentierte
am Morgen: “Die Kapitalerhöhung ist etwas größer als erwartet und die
Ergebnisbelastung durch die Postbank von 2,4 Milliarden könnte einige
erschrecken – überraschend ist das aber alles nicht und wenn die Aktien tiefer
eröffnen, sollte es zu einer Erholung im Verlauf kommen.”

GOLDMAN SACHS-ANALYST WERTET UMFANG NEGATIV

Goldman Sachs-Analyst Jernej Omahen spricht von einem hohen Umfang der
Kapitalerhöhung, der den Markt negativ überraschen sollte. Die Übernahme der
Postbank wird indes weniger Kapitalintensiv als bisher erwartet. Mit den übrigen
Zuflüssen verbessere die Deutsche Bank ihre Bilanz. Allerdings müsse der
Branchenprimus die Investoren überzeugen, dass der Kapitalbedarf mit der nun
angekündigten Maßnahme gestillt sein wird. Das könnte möglicherweise nicht der
Fall sein. Omahen bewertet Deutsche Bank “Neutral” mit dem Kursziel 65,00 Euro.

Die angekündigte Kapitalerhöhung dürfte den Gewinn je Aktie um 20 Prozent
verwässern, schrieb Analyst Philipp Zieschang von der UBS. Neben der
angekündigten Komplettübernahme der Postbank seien mit dem Kauf der Privatbank
Sal. Oppenheim und des niederländischen Firmenkundengeschäfts von ABN Amro die
strategischen Ziele etwa für den Aufbau einer bilanziell ausgeglicheneren Bank
in Angriff genommen worden. UBS bewertet die Papiere der Deutschen Bank mit
“Buy” und dem Ziel 60,00 Euro.

Die Investmentbank Equinet ließ Deutsche Bank nach der angekündigten
Kapitalerhöhung zunächst auf “Buy” mit dem Kursziel 62 Euro je Aktie. Die Höhe
und der Zeitpunkt der Maßnahme seien eine klar negative Überraschung, schrieb
Analyst Philipp Häßler. Zudem könnte die im Zuge des Pflichtangebotes für die
Postbank-Aktionäre notwendige Abschreibung auf den Wert der Anteile seine
Schätzungen für den Gewinn je Deutsche-Bank-Aktie 2010 um 50 Prozent mindern.

TIMING IM ZUGE VON ‘BASEL III’ GELOBT

Lob bekam die Deutsche Bank von Bankenexperten Dirk Schiereck: “Das Timing
der Transaktion ist brillant”, sagte der Professor für Unternehmensfinanzierung
an der TU Darmstadt. “Nach den neuen Regeln für die Finanzbranche ist mit einer
Welle von Kapitalerhöhungen zu rechnen und da ist es gut, der erste zu sein.”
Die Commerzbank werde definitiv darunter leiden, sagte Schiereck. Für
sie werde es jetzt schwieriger, sich Geld am Aktienmarkt zu beschaffen.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat am Wochenende
bekanntgegeben, dass Geschäftsbanken weltweit künftig wesentlich mehr
Eigenkapital vorhalten sollen. Von 2013 an soll die Kernkapitalquote (Tier 1)
stufenweise von derzeit vier auf sechs Prozent steigen. Hier rechnet der Händler
mit “kräftiger Unterstützung für den Bankensektor, da zum einen die
Anforderungen weniger scharf erscheinen als befürchtet und zum anderen die
belastende Unsicherheit nun aus der Branche entweicht.”/fat/tih


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