11:04 | 09.11.2010
AKTIE IM FOKUS 2: Munich Re geben leicht nach – Zahlen positiv
FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Munich Re hat im dritten Quartal laut
einer ersten Händlereinschätzung “klar besser als erwartet” abgeschnitten. Die
Aktien verloren dennoch bis 10.50 Uhr moderate 0,30 Prozent auf 114,90 Euro. Ein
Börsianer sprach von Gewinnmitnahmen. In den vergangenen sechs Wochen habe die
Aktie etwa 15 Prozent hinzugewonnen, so dass die Zahlen eine gute Gelegenheit
seien, Gewinne mitzunehmen. Zeitgleich drehte der deutsche Leitindex nach
anfänglichen Verlusten ins Plus und zog zuletzt um 0,33 Prozent auf 6.772,46
Punkte an.
Der Rückversicherer habe sowohl beim Kapitalanlage-Ergebnis als auch beim
Nettogewinn über den durchschnittlichen Analystenschätzungen gelegen,
kommentierte ein Börsianer. Zudem habe der Konzern seine Prognose erhöht, was
ebenfalls positiv sei. Dafür dämpfte Finanzvorstand Jörg Schneider wegen des
nach wie vor niedrigen Zinsniveaus die Erwartungen für das kommende Jahr. 2011
sei mit einem leicht niedrigeren Konzernergebnis zu rechnen, hieß es.
FREUNDLICHE ANALYSTENREAKTIONEN
Laut den Analysten der SEB überzeugte die Munich Re im dritten Quartal. Die
Experten lobten zwar den angehobenen Gewinnausblick für 2010, verwiesen aber
auch auf die zurückhaltenderen Erwartungen für 2011. Ihr Kursziel laute weiter
125,00 Euro. Ein weiterer Analyst nannte die Zahlen ebenfalls besser als
erwartet. Wie ein weiterer Experte kommentierte, lag der operative Gewinn des
Rückversicherers im Rahmen seiner Erwartungen. Insgesamt habe die Munich Re
“deutlich besser als erwartet abgeschnitten.”
Nach Meinung von Kepler-Analyst Fabrizio Croce hat die Munich Re
hervorragende Neunmonatszahlen ausgewiesen. Ausschlaggebend dafür sei die
relativ geringe Anzahl an Naturkatastrophen gewesen, die die
Schaden-/Kostenquote um 10 Prozentpunkte reduziert habe, während der
Wettbewerber Swiss Re seine Quote lediglich um 8
Prozentpunkte habe drücken können. Ein verbesserter Ausblick, anhaltende
Aktienrückkäufe sowie stetige Marktanteilsgewinne seien starke Argumente für
einen Kauf der Aktie.
Thomas Noack von der WestLB blieb indes bei seinem “Neutral”-Votum. Die
Zahlen seien etwas besser als im Schnitt von den Analysten erwartet worden war.
Den neuen Gewinn-Ausblick nannte der Experte “realistisch”. Analyst Bernd
Müller-Gerbering von der Unicredit bezeichnete den Quartalsbericht als “stark”.
Das für 2010 angehobene Konzernziel für den Überschuss stimme ihn
zuversichtlich./rum/chs
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