16:19 | 07.02.2012
AKTIE IM FOKUS 3: Fielmann weiter sehr schwach – Zahlen enttäuschen
(Neu: Analystenkommentar der LBBW)
FRANKFURT (dpa-AFX) – Überraschend vorgelegte Eckdaten haben die Aktien von
Fielmann am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Am Nachmittag verloren die
Titel der Optikerkette 6,70 Prozent auf 74,13 Euro. Damit waren sie
zweitschlechtester Wert im MDax der mittelgroßen Werte, der
zeitgleich um 1,39 Prozent auf 10.230,58 Punkte sank.
Fielmann hatte zwar den Umsatz im vergangenen Jahr gesteigert und rechnet
auch für das Vorsteuerergebnis sowie den Jahresüberschuss mit einem Plus. Ein
Händler monierte indes, dass die Zahlen etwas unter den Erwartungen lägen. Die
Titel seien zuletzt gut gelaufen und hätten am Widerstand bei 80,00 Euro an
Fahrt verloren. Entsprechend gebe es nun Gewinnmitnahmen. Ein anderer Händler
sah die Zahlen ebenfalls unter den Schätzungen.
SCHWACHE MARGE
Von einem Analysten hieß es, der Vorsteuergewinn im Schlussquartal habe die
Markterwartungen um zehn Prozent verfehlt. Auch das Nettoergebnis und der Umsatz
lägen unter den Prognosen. Eine Enttäuschung sei die Marge, die so schwach
ausgefallen sei wie seit dem zweiten Quartal 2007 nicht mehr, aber wohl nicht
auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden könne. Der Experte bewertet die Aktie
deshalb weiter negativ.
Ein enttäuschendes Ergebnis “klar unter den Markterwartungen” konstatierte
Holger Schwesig, Analyst bei der DZ Bank. Kurse um das jüngste Rekordniveau
seien angesichts der Zahlen nicht gerechtfertigt, weshalb er seine
Gewinnschätzungen sowie den fairen Wert für die Aktie von bisher 75,00 Euro
überprüfe.
‘ANSPRUCHSVOLLE BEWERTUNG DER AKTIEN’
Die Zahlen für das Schlussquartal lägen insgesamt deutlich unter den eigenen
Erwartungen, heißt es in einem Kommentar der Frankfurter Investmentbank Equinet.
Insbesondere die Gewinnkennziffern hätten enttäuscht. Auch den Ausblick der
Optikerkette beäugte Analyst Ingbert Faust kritisch. Üblicherweise stelle
Fielmann um diese Zeit steigende Umsätze und Gewinne in Aussicht, wogegen das
Unternehmen sich diesmal lediglich zuversichtlich zu einer weiteren Steigerung
des Marktanteils geäußert habe. Die derzeitige Bewertung der Aktie sehe deshalb
recht anspruchsvoll aus.
Bernd Müll, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW),
konstatierte ebenfalls enttäuschende Zahlen. Der Konzernumsatz habe seine
Prognose leicht unterboten, Vorsteuerergebnis und Überschuss seien aber deutlich
darunter geblieben. Auch wenn der Brillenabsatz im Januar offenbar positiv
ausgefallen sei, rechne er für Februar aufgrund des kalten Wetters wieder mit
Kaufzurückhaltung. Der Experte kündigte an, seine Schätzungen reduzieren zu
wollen./gl/la/edh/he
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