11:31 | 13.10.2008
AKTIE IM FOKUS: TUI gewinnen 12,72% – Verkauf von Hapag-Lloyd wirkt positiv
FRANKFURT (dpa-AFX) – TUI-Aktien haben am Montag vom Verkauf der
Traditionsreederei Hapag-Lloyd an Hamburger Investoren profitiert. Die Anteile
an dem Reise- und Schifffahrtskonzern sprangen bis 11.20 Uhr um 12,72 Prozent
auf 9,88 Euro nach oben. Der MDAX mittelgroßer Werte legte
gleichzeitig 8,00 Prozent auf 5.751,41 Punkte zu.
Nach langem Ringen hat TUI die Mehrheit an Hapag-Lloyd zu einem
Unternehmenswert von 4,45 Milliarden Euro inklusive Schulden an eine Gruppe
Hamburger Investoren verkauft. Zugleich erwirbt TUI eine unternehmerische
Beteiligung von 33,33 Prozent für einen Kaufpreis von 700 Millionen Euro an der
neuen Gesellschaft.
Börsianer werteten den Verkaufspreis positiv und begrüßten, dass endlich
eine Lösung gefunden worden sei. Ein Händler sagte: “Der Verkaufspreis ist höher
als erwartet, und das treibt die Aktien an.” Das Erholungspotenzial sei ohnehin
hoch, nachdem das Papier seit Anfang September bis zu 40 Prozent verloren hatte.
Einem Börsianer zufolge limitiert jedoch die Beteiligung an der ausgegliederten
Hapag-Lloyd das Erholungspotenzial der TUI-Aktie. Auch der Plan einer
Komplettübernahme von TUI Travel dämpfe aus seiner Sicht die Stimmung.
Equinet stufte die TUI-Aktien in Reaktion auf den Verkauf von “Reduce” auf
“Hold” hoch. Analyst Jochen Rothenbacher wertete den Verkauf als “großen
Erfolg”. Der Preis liege deutlich über seiner Prognose von 3,4 Milliarden Euro.
Sein Kursziel bekräftigt Rothenbacher zunächst bei 10,00 Euro. Falls bei der
anstehenden Telefonkonferenz keine negativen Verkaufsbedingungen bekannt gegeben
würden, sei ein neues Kursziel von rund 12 Euro möglich.
Merck Finck-Analyst Robert Greil nannte den Verkaufspreis angesichts des
aktuellen weltweiten Abschwungs im Sektor Containerschifffahrt “überraschend
hoch”. Hieraus resultiere auch die sehr positive Kursreaktion. Er sehe aber auch
einige negative Faktoren. Die verbleibende Beteiligung von einem Drittel an
Hapag-Lloyd lasse TUI nicht wie erwartet zu einem reinen Tourismus-Unternehmen
werden. Außerdem sei der Kapitalzufluss trotz des überraschend hohen
Verkaufspreises mit 1,4 Milliarden Euro deutlich geringer als von dem Analysten
erwartet. Zudem bleibe Unsicherheit über die Verwendung der Mittel.
Der Verkaufspreis liegt unterdessen auch aus Sicht von DZ Bank-Analyst
Herbert Sturm über den Erwartungen. Aus dem Verkauf könnte eine Sonderdividende
für 2008 bezahlt werden, eine Übernahme der restlichen Anteile an TUI Travel
wäre aber auch möglich. Sturm bewertet TUI mit “Kaufen”./fat/ck
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