8:49 | 05.10.2009
Aktien Europa Ausblick: Leichte Gewinne
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die europäischen Börsen werden am Montag
voraussichlich mit leichten Gewinnen in die neue Handelswoche starten. Der
Future auf den EuroStoxx 50 wies auf eine um 0,32 Prozent festere
Eröffnung hin, nachdem der europäische Leitindex die Vorwoche mit einem minus
von knapp zwei Prozent beendet hatte. Finspreads taxierte den FTSE 100
mit 0,3 Prozent fester. Zum Wochenstart dürften europaweit vor allem die
Bankentitel für Gesprächsstoff sorgen. Auch aus der Stahl- und Pharmabranche
kamen Nachrichten, am Vormittag werden Konjunkturdaten für die Eurozone
veröffentlicht.
Marktanalyst James Hughes von CMC Markets in London, rechnet erneut mit
Nervosität an den Börsen: “Zwar dürften wir nach den neuerlichen Verlusten am
vergangenen Freitag etwas fester in den Handel starten, allerdings dürfte der im
Wochenverlauf anstehende Beginn der US-Berichtssaison für Nervosität sorgen”.
Bis auf den ISM Index in den USA habe der Kalender kaum Impulse zu bieten, fügte
der Experte hinzu. Die Vorgabe ist uneinheitlich: Während die US-Aktienindizes
am Freitag mit moderaten Verlusten aus dem Handel gegangen waren, konnte der
Future auf den US-Leitindex Dow Jones seit Xetra-Schluss am Freitag
leicht hinzugewinnen. Die Börse in Tokio schloss schwächer.
Laut einer Studie von JPMorgan werden die europäischen Banken in den
kommenden sechs Monaten – angestoßen durch das “Basel II”-Abkommen – bis zu 78
Milliarden Dollar Kapital beschaffen. HSBC, UBS und die Credit Suisse sind laut
JPMorgan die europäischen Banken mit dem meisten überschüssigen Kapital.
In Großbritannien sorgte unterdessen die britische Bank Barclays
für Aufsehen: Die Bank hat laut einem “Handelsblatt”-Bericht kein
Interesse am Investment-Banking der angeschlagenen deutschen Privatbank Sal.
Oppenheim. Sal. Oppenheim hatte Barclays demnach das Investment-Banking-Geschäft
angeboten. Die Deutsche Bank will die Mehrheit an Sal. Oppenheim
übernehmen, allerdings ohne das Investment-Banking.
Die schweizerische Julius Bär-Bank hat Kreisen zufolge
die Nase vorn für die Übernahme der schweizerischen Private Banking-Geschäft des
niederländischen Branchenkollegen ING . Wie am Freitag aus
den Kreisen verlautete, könnte eine Einigung bereits in dieser Woche bekannt
gegeben werden. Für die asiatischen Private Banking-Aktivitäten sei die
britische Großbank HSBC der Favorit. Noch sei die
Entscheidung aber nicht gefallen. Bär, ING und HSBC wollten keine Stellung
nehmen.
Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal steht kurz vor dem
Scheitern bei einem Milliardenprojekt für neue Stahlfabriken in Indien. Als
Grund nannte Lakshmi Mittal, Chef und Haupteigener von ArcelorMittal,
“inakzeptable” Verzögerungen durch die Landwirte, die ihren Grund an den beiden
geplanten Standorten verkaufen sollen, berichtet die “Financial Times”
(FT/Montag). “Wenn wir an diesen beiden Standorten nicht vorankommen, müssen wir
uns nach anderen umsehen”, sagte Mittal. HSBC startet die Titel unterdesen mit
“Overweight” und einem Kursziel von 46 US-Dollar.
Die Roche-Tochter Genentech
erzielte mit dem bereits zugelassenen Augenmedikament Lucentis in zwei
Phase-III-Studien nach eigenen Angaben ermutigende Resultate und dürfte damit
die Aufmerksamkeit auf die Pharma- und Biotechtitel lenken./sf/dr
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