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8:46 | 12.06.2009
Aktien Europa Ausblick: Leichte Gewinnmitnahmen erwartet

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die europäischen Börsen dürften am Freitag mit
leichten Kursverlusten in den Handel gehen. Der Future auf den EuroSTOXX 50
deutet am Morgen auf eine um 0,28 Prozent tiefere Eröffnung des
europäischen Leitindex hin. Am Vortag hatte der Leitindex 0,86 Prozent zugelegt.
Den britischen FTSE 100 erwarten Händler um 0,20 Prozent tiefer.
Börsianer gehen von leichten Gewinnmitnahmen aus, zumal sich bei den zuletzt
besonders gefragten Rohstoffwerte ein kleiner Rückgang des Ölpreises bemerkbar
machen dürfte. Überraschend positive Industriedaten aus China dürften jedoch
größere Verluste verhindern.

Die Vorgaben der Überseebörsen geben keinen klaren Trend vor. So hatten die
US-Börsen am Donnerstag zwar leichte Gewinne verbucht. Am Morgen lag der Future
auf den Dow Jones jedoch 0,48 Prozent unter dem Xetra-Schluss
vom Vortag. Dagegen sprang der Nikkei-225-Index am Morgen deutlich an
und schloss erstmals seit acht Monaten über der Marke von 10.000 Punkten.
Bereits hier wurden die Daten aus China als wichtigste Triebfeder angeführt.

Der US-Ölpreis gab nach seiner jüngsten Kursrally am Morgen leicht nach,
hielt sich aber über der Marke von 72 US-Dollar je Barrel (159 Liter) der
US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI). Öl ist derzeit wieder so teuer,
wie seit gut sieben Monaten nicht mehr. Seit dem Tief Ende Dezember 2008 hat
sich der Ölpreis inzwischen mehr als verdoppelt. Die Hoffnung auf eine
Konjunkturerholung hatte die Ölpreise an den vergangenen Tagen kräftig in die
Höhe getrieben. Nun zeichne sich eine Verschnaufpause ab, hieß es am Markt. Die
Aktien von TOTAL und Repsol-YPF sowie
in London BP und Royal Dutch Shell
dürften in Bewegung bleiben.

Auch die Finanzwerte stehen weiter im Fokus. Die britische Großbank Barclays
will ihre komplette Vermögensverwaltungs-Tochter Barclays
Global Investors (BGI) an den US-Wettbewerber BlackRock verkaufen. BlackRock
habe eine bindende Offerte über rund 13,5 Milliarden Dollar unterbreitet, teilte
Barclays am Freitag mit. Der Vorstand werde den Aktionären empfehlen, das
Angebot auf einer außerordentlichen Hauptversammlung anzunehmen. Als Teil des
Geschäfts steigt Barclays zum Großaktionär von BlackRock auf. Die beiden
Unternehmen wollen künftig kooperieren. Der bei UniCredit
für das Geschäft in Mittel- und Osteuropa zuständige Vorstand, Federico
Ghizzoni, äußerte sich im “Economist” negativ über die Auswirkungen des
Wirtschaftsabschwungs in der Region. Die französische Wirtschaftsministerin
Christine Lagarde zeigte sich indes in einem Bericht optimistisch zu
französischen Banken.

Im Zuge der Einstufung der Schweinegrippe als Pandemie durch die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten insbesondere Novartis-Aktien
im Auge behalten werden. Der Schweizer Pharmakonzern hat
die Produktion einer erste Charge des Schweinegrippe-Impstoffs A(H1N1) früher
als erwartet abgeschlossen. Die zellbasierte Herstellungstechnologie ermögliche
den Beginn der Impfstopff-Produktion, sobald ein pandemischer Virusstamm
identifiziert sei, was gegenüber dem traditionellen eierbasierten
Herstellungsverfahren eine signifikante Zeitersparnis bedeute, teilte der Basler
Pharmakonzern am Freitag mit./RX/ag/rum


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