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Aktien Europa Ausblick: Leichter – Nachrichten aus Finanzbranche,Merrill Lynch

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die wichtigsten europäischen Börsen werden vor dem
Wochenende belastet von neuen negativen Nachrichten aus der
Finanzbranche leichter erwartet. Der Future auf den EuroSTOXX 50
deutet auf einen um 0,33 Prozent niedrigeren Start des Index hin. Tags zuvor
hatte der europäische Leitindex 2,56 Prozent auf 3.256,09 Punkte zugelegt.

Der nachbörslich berichtete unerwartet hohe Ergebniseinbruch von Merrill
Lynch wiege die freundlichen Impulse der US-Börsen
weitgehend auf, sagte ein Börsianer. Nach der deutlichen Kurserholung seit
Mittwochnachmittag drohten vor dem Wochenende damit Gewinnmitnahmen. Der Future
auf den US-Leitindex stand am Morgen aber zunächst noch 53 Punkte über dem
Handelsschluss vom Vortag. In Asien verzeichneten die Börsen indes Kursverluste,
wobei der Nikkei 225 mit einem minus von 0,65 Prozent schloss.
Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda. Dafür geht die
US-Berichtssaison mit Zahlen von Citigroup und Honeywell
International weiter.

Finanzwerte dürften nach den enttäuschenden Quartalszahlen der drittgrößten
US-Investmentbank Merrill Lynch erneut im Fokus stehen. Die Bank hatte – erneut
belastet durch die Auswirkungen der Hypothekenkrise – einen deutlicheren Verlust
eingefahren als erwartet, auch bei den Erträgen verbuchte Merrill Lynch ein
Minus. Zudem denkt der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Freddie Mac
laut einem Bericht des “Wall Street Journal” über eine Kapitalerhöhung
in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar mittels Ausgabe neuer Aktien nach.

In Paris könnten Aktien von L’Oreal nach enttäuschenden
Umsätzen unter Druck geraten. Der weltgrößte Kosmetikkonzern hat im zweiten
Quartal weniger umgesetzt als erwartet und daraufhin seine Erwartungen für das
Gesamtjahr gekappt – wie L’Oreal am Vortag nach Börsenschluss mittelte. Vor
allem das Nord-Amerika-Geschäft entwickelte sich für den Branchenprimus schwach.
Rückschläge musste der französische Konzern aber auch in West-Europa einstecken,
seinem nach wie vor wichtigsten Markt. Einzig in den Schwellenländern konnte
L’Oreal deutlich wachsen.

Auch der französische Hotelkonzern Accor hat im ersten
Halbjahr an Umsatz eingebüßt. Die Erlöse fielen belastet von Verkäufen von
Geschäftsbereichen, einem schwächeren Dollar und dem Abschwung der US-Wirtschaft
um 6,2 Prozent von 4,015 Milliarden auf 3,765 Milliarden Euro. Damit verfehlte
der Konzern die Analystenschätzungen. Flächenbereinigt stiegen die Erlöse aber
dank eines robusten europäischen Hotelmarkts um 5,2 Prozent.

Von Seiten der französischen Autobauer kommen ebenfalls keine positiven
Nachrichten. PSA Peugeot Citroen verlängert seine
Sommerferien für das Werk in Mulhouse einem Bericht von “Le Figaro” um eine
Woche. Damit reagiere der Autobauer auf den erwarteten Abschwung des
europäischen Automarkts in der zweiten Jahreshälfte, heißt es in dem Bericht
ohne Nennung von Quellen.

Der belgische Einzelhändler Delhaize Group wartete
zudem am Morgen mit einer Prognosesenkung auf. Sowohl Umsatz- als auch
Nettogewinnwachstum sollen im Gesamtjahr niedriger als zunächst erwartet
aufallen.

In der Schweiz dürften vor allem Analystenkommentare bewegen. Die Deutsche
Bank hat das Kursziel für Novartis-Aktien nach Zahlen von
67 auf 65 Schweizer Franken gesenkt, die Bewertung aber auf “Buy” belassen. Für
Adecco senkten die Analysten ihre Bewertung von “Hold” auf
“Sell” und das Kursziel von 62 auf 42 Franken./FX/gr/dr

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