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Aktien Europa Schluss: Uneinheitlich – Britische Bankentitel brechen ein

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die Börsen in Europa haben am Dienstag
uneinheitlich geschlossen. Nachdem zunächst Gerüchte über eine dramatische
Zuspitzung der Finanzkrise in Großbritannien die Aktienmärkte belastet hatten,
drehten sie am Nachmittag zeitweise alle ins Plus. Auslöser waren weitere
Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank Fed, die nun Commercial Papers kaufen will, um
den Geldmarkt mit Liquidität zu versorgen. Diese kurzfristigen Zinspapiere
nutzen Unternehmen, um ihre Tagesgeschäfte zu finanzieren.

Die positive Stimmung hielt jedoch nicht lange an, sondern verpuffte wieder
überwiegend. Händler verwiesen als Grund unter anderem auf die Hiobsbotschaft
des führenden amerikanischen Finanzinstituts, der Bank of America. Diese hatte
am Vorabend einen dramatischen Gewinneinbruch im dritten Quartal gemeldet und
zudem eine Kapitalerhöhung um 10 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Der EuroSTOXX 50 pendelte kurz vor Börsenschluss um seinen
Montagsstand und ging schließlich gut behauptet bei plus 0,34 Prozent auf
2.878,82 Punkte aus dem Tag. Der STOXX 50 schloss mit plus 0,16
Prozent auf 2.526,75 Punkte. Der französische CAC-40-Index legte um
0,55 Prozent auf 3.732,22 Zähler zu. Der Londoner FTSE 100 gewann 0,35
Prozent auf 4.605,22 Punkte.

Besonders schwer gebeutelt wurden an diesem Tag trotz aller Dementis die
britischen Finanztitel: Royal Bank of Scotland brachen um
38,50 Prozent auf 91,20 Pence ein und fielen zeitweise auf den tiefsten Stand
seit rund 15 Jahren. Den Titeln von HBOS ging es nicht
besser. Sie büßten 41,72 Prozent auf 95,00 Pence ein. Barclays
verloren 20,70 Prozent auf 249,00 Pence und Lloyds TSB
gaben 13,01 Prozent auf 225,75 Pence nach. Einem BBC-Bericht zufolge,
der sich auf Bankenkreise berief, waren Hilfegesuche mehrerer Banken an das
britische Finanzministerium gegangen. Dies wurde von den Banken jedoch
abgestritten. Der britische Premierminister Gordon Brown und sein Finanzminister
Alistair Darling werden an diesem Tag gemeinsam mit dem britischen
Notenbank-Gouverneur Mervyn King über die Finanzkrise beraten.

Den meisten Aktien der führenden französischen Banken gelang nach einer
Berg- und Talfahrt wieder der Sprung ins Plus. Eine Ausnahme stellte hier nur
die Dexia-Aktie dar, die trotz der Rettungsversuche der Bank
durch die französische und belgische Regierung weiter um 13,31 Prozent auf 5,90
Euro einbrach. BNP Paribas stiegen um 1,37 Prozent auf
68,425 Euro. Die Papiere der Credit Agricole legten um 0,36
Prozent auf 13,895 Euro zu, während die Aktien der Societe Generale
mit plus 0,03 Prozent auf 60,54 Euro kaum verändert schlossen. Der
französische Notenbankchef Christian Noyer hatte versichert, dass es keinen
Grund zur Besorgnis über die französischen Banken gebe. “Keiner Bank droht die
Insolvenz”, sagte Noyer dem Rundfunksender Europe-1.

Die Aktien der UniCredit wurden von negativen
Analystenkommentaren und einer Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die
Ratingagentur Moody’s belastet und schloss mit minus 4,02 Prozent auf 2,797
Euro./ck/she

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