18:25 | 13.02.2009
Aktien Europa Schluss: Uneinheitlich – Lloyds brechen ein – Chipwerte gesucht
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Der europäische Aktienmarkt ist am Freitag
uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Für Bewegung sorgten vor allem
Unternehmensnachrichten, sagten Händler. Während Titel von Chipherstellern zu
den größten Gewinnern am Markt zählten, mussten Bankaktien größtenteils Verluste
hinnehmen. Sie wurden von enttäuschenden Geschäftszahlen der britischen Großbank
Lloyds TSB Group belastet, deren Papiere knapp ein Drittel an Wert einbüßten.
Der EuroSTOXX 50 ging mit einem Plus von 0,60 Prozent auf
2.228,29 Punkte aus dem Handel. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Abschlag von
4,92 Prozent. Der Londoner FTSE 100 litt unter der Schwäche der
Finanzaktien und fiel um 0,30 Prozent auf 4.189,59 Zähler. Der Pariser
CAC-40-Index hingegen rückte um 1,13 Prozent auf 2.997,86 Punkte vor.
Die kürzlich von der Lloyds Banking Group übernommene
britische Bank HBOS war 2008 tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht.
Die Anleger kritisierten, dass der Verlust von HBOS innerhalb von nur einem
Monat um das Doppelte angestiegen sein soll, sagte Mamoun Tazi, Analyst bei
Mamoun Tazi. Lloyds teilte mit, dass sich die Marktbedingungen verschlechtert
und die negative Entwicklung an den Kreditmärkten beschleunigt hätten. Die Titel
der Bank brachen um 32,45 Prozent auf 69,00 Britische Pence ein und waren damit
das klare Schlusslicht im “Footsie”.
Im Sog der negativen Nachrichten fielen Titel des Branchenkollegen Societe
Generale am Ende des europäischen Leitindexes um 3,98
Prozent auf 26,55 Euro, und UniCredit-Aktien verbilligten
sich dahinter um 3,16 Prozent auf 1,32 Euro. In London sackten zudem Papiere des
Versicherers Legal & General um 9,51 Prozent auf 49,50
Pence ab.
Favorit im EuroSTOXX 50 waren die Aktien des Stahlkonzerns ArcelorMittal
mit einem Plus von 4,58 Prozent auf 20,105 Euro.
Die Papiere profitierten nach Einschätzung von Experten von einem Preisanstieg
der Basismetalle an den Rohstoffmärkten.
Außerdem zählten auch Aktien von führenden europäischen Chipherstellern zu
den großen Gewinnern des Tages. Analysten der Schweizer Großbank UBS setzten die
europäischen Halbleiter-Hersteller von zuvor “Underweight” auf “Overweight”. Die
bessere Bewertung des angeschlagenen Chip-Sektors sorgte bei den Aktien von ASML
Holding für ein Plus von 4,04 Prozent auf 13,915 Euro.
Die Papiere von STMicroelectronics
konnten noch stärker zulegen und sprangen um 4,95 Prozent auf 4,387 Euro nach
oben. Die Analysten der UBS hatten die Aktien von STMicroelectronics zuvor noch
gesondert nach oben gestuft. Es gebe erste Anzeichen für eine Stabilisierung der
Lage in der Halbleiterindustrie, schrieb Analyst Nicolas Gaudois in einer
Studie.
Die Aktien des italienischen Öl- und Energiekonzerns Eni
schafften indes trotz schwacher Geschäftszahlen ein Plus von 2,44 Prozent auf
17,23 Euro. Allerdings habe der bereinigte Nettogewinn sechs Prozent über der
Markterwartung gelegen, hieß es in einer ersten Stellungnahme vom Bankhaus
Cheuvreux. Geschäftszahlen gab es auch vom französischen Reifenhersteller
Michelin . Die Aktien konnten ebenfalls deutlich zulegen – um
3,12 Prozent auf 31,925 Euro -, obwohl die Bilanz für 2008 enttäuschte. Trotz
der schwachen Geschäfte will Michelin dennoch in Wachstumsmärkte
expandieren./RX/la/he
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