18:18 | 28.07.2008
Aktien Europa Schluss: Verluste – Ölpreis und Minus an Wall Street belasten
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Wieder steigende Ölpreise und die Schwäche der Wall
Street haben an den europäischen Börsen am Montag für Verluste gesorgt. Der
EuroSTOXX 50 ging 1,13 Prozent tiefer bei 3.313,41 Punkten aus dem
Handel. Der STOXX 50 verlor 1,06 Prozent auf 2.826,94 Punkte. Der
Londoner FTSE 100 fiel um 0,75 Prozent auf 5.312,60 Zähler. Für den
französischen CAC-40-Index ging es um 1,20 Prozent auf 4.324,45
Zähler nach unten.
Aktien von Fluggesellschaften litten unter enttäuschenden Aussagen von
Ryanair und den zuletzt wieder steigenden
Ölpreisen. Europas größte Billigfluglinie rechnet für das seit April laufende
Geschäftsjahr mit einem Verlust von bis zu 60 Millionen Euro. Bestenfalls könnte
beim Ergebnis eine Null erreicht werden, prognostizierte die Airline. Im Ende
Juni abgeschlossenen ersten Quartal brach der Gewinn um 85 Prozent auf 21
Millionen Euro ein. Hauptgrund seien die drastisch gestiegenen Treibstoffpreise.
Den Experten von Collins Stewart zufolge fiel der Reingewinn im ersten Quartal
weit geringer aus als erwartet. Sie behielten ihre “Sell”-Einschätzung bei. Die
Citigroup stufte die Titel des irischen Billigfliegers von “Buy” auf “Hold”
herab. Analyst Andrew Light ging in einer aktuellen Studie davon aus, dass es
weitere Restrukturierungsmaßnahmen geben wird.
Die Ryanair-Aktie brach um 22,08 Prozent auf 2,58 Euro ein. Die Titel der
britischen Konkurrenten easyJet und British Airways (BA)
gaben deutlich nach – etwas robuster hielten sich dagegen
die Notierungen der kontinentaleuropäischen Wettbewerber Air France-KLM
und Lufthansa .
Bankenwerte wurden europaweit von der Nachricht belastet, dass es in den USA
wegen der Kreditkrise zu weiteren Bankenzusammenbrüchen gekommen ist. Zudem
empfahl die Citigroup, zu Lasten von Banken in Versicherer umzuschichten. Die
Titel von Credit Agricole verloren 3,50 Prozent auf 13,80
Euro, Papiere von UniCredit sanken um 3,45 Prozent auf 3,83
Euro. Von dieser Entwicklung konnte sich auch die Aktie von Banco Bilbao Vizcaya
Argentaria (BBVA) trotz guter Zahlen nicht abkoppeln – sie
schloss 2,33 Prozent tiefer bei 11,72 Euro. Die zweitgrößte spanische Großbank
hatte im ersten Halbjahr wie von Experten erwartet den Gewinn vor Sonderposten
zweistellig gesteigert und mit dem Zinsüberschuss die Prognosen der Experten
übertroffen. In London verloren HBOS 7,33 Prozent auf
291,51 Pence.
Aktien von TNT fielen nach Quartalszahlen um 7,51
Prozent auf 22,18 Euro und waren damit Schlusslicht im Amsterdam-Exchanges-Index
(AEX) . Zwischenzeitlich war es für die Papiere sogar bis auf 21,37
Euro nach unten gegangen. Mit seinem Zahlenwerk verfehlte der Postdienstleister
die durchschnittlichen Markterwartungen. Laut den Analysten von Rabo Securities
etwa hat der Gewinn vor Zinsen und Steuern der Expresssparte enttäuscht. Die
Experten von Petercam ergänzten, dass der Ausblick für das Gesamtjahr nun nicht
mehr realistisch sei.
Die Titel von Reckitt Benckiser hingegen legten nach
Zahlen um 2,68 Prozent auf 2.604,00 Pence zu. Der britische Konsumgüterkonzern
hatte im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt. Zugleich sieht
sich das Unternehmen im Plan, die Jahresziele zu erreichen. Börsianer nahmen die
Zahlen freundlich auf. Pearson-Aktien stiegen um 1,76
Prozent auf 606,00 Pence. Das Unternehmen hatte im ersten Halbjahr sowohl seinen
Vorsteuergewinn als auch seine Umsätze gesteigert. Händler sprachen von soliden
Zahlen. Die Titel von Unilever legten um 1,50
Prozent auf 1.485,00 Pence zu. Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern
verkauft sein Waschmittelgeschäft in Nordamerika an einen Finanzinvestor für
1,075 Milliarden US-Dollar in bar plus Aktien. Die Citigroup sprach von einem
guten Verkaufspreis./gl/he
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