- Finanzportal financial.de – Aktien – Börse – Kurse – Rohstoffe - http://www.financial.de -

Aktien Frankfurt Ausblick: Erholung zum Auftakt erwartet

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag zunächst
deutlich erholt eröffnen. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den
außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag um kurz nach 8.00 Uhr
bei 5.458 Punkten und damit rund 1,3 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Vortag.

Händler verwiesen neben reduzierten Kursverlusten in Übersee insbesondere
auf Aussagen des Euro-Finanzministers Jean-Claude Juncker, wonach Einigkeit
besteht, den Konkurs systemrelevanter Finanzinstitute unbedingt zu verhindern.
“Zudem signalisiert die EZB ja deutlich, den Markt weiter mit der nötigen
Liquidität zu versorgen”, sagte ein Händler. Spekuliert werde zudem weiter auf
eine Zinssenkung. Die Weltbörsen geben mit deutlich reduzierten Kursverlusten
leichte Unterstützung.

Die US-Börsen schlossen zwar sehr schwach, ein noch größerer Kursrutsch
wurde jedoch abgefangen. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index
schwach, lag zwischenzeitlich jedoch wieder kanpp 200 Punkte über der zeitweise
gefallenen 10.000 Punkte-Marke.

Finanztitel werden auch ohne aktuelle Schreckensmeldungen erneut im Fokus
stehen. Das Vertrauen der Anleger ist durch die Krise der Hypo Real Estate
Händlern zufolge sehr stark angeschlagen. Auch das Verhältnis unter den Banken
habe sich immer noch nicht normalisiert. Zudem werde immer mehr erwartet, dass
die Ausweitung der Finanzkrise auch Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen
werde.

Auch Europas größter Softwarehersteller SAP wurde mit voller Wucht
von der Finanzkrise getroffen und dürfte nach einem kräftigen Kursrutsch am
Vorabend erneut im Fokus stehen. Händler verwiesen ebenso auf negative
Analystenreaktionen. So hat Goldman Sachs das Kursziel für den Softwarekonzern
von 40 auf 31 Euro gesenkt, die Credit Suisse senkte von 42 auf 33 Euro. Auch
die UBS habe ihr Ziel von 44 auf 34 Euro zurückgeschraubt, hieß es. SAP hatte im
Zuge der Finanzkrise und aufgrund der Kundenzurückhaltung unter den Erwartungen
liegende Quartalszahlen avisiert. Händler reagierten entsprechend negativ. Von
ihrem Rutsch um 16,41 Prozent am Montag könnte sich die Aktie allerdings
erholen, insbesondere in einem verbesserten Umfeld. Im US-Handel zogen die bei
28,84 aus dem Xetra-Handel gegangenen Papiere auf umgerechnet 29,31 Euro an.

Siemens könnten Händlern zufolge allerdings auf Nachfrage stoßen.
Laut einem Bericht der “New York Times” könnte der Mischkonzern im November mit
den US-Behörden eine Einigung im Korruptionsskandal erzielen. Der Zeitung
zufolge könnte Siemens eine Geldstrafe zahlen und sich verpflichten, sich über
Jahre einem Compliance-Monitoring zu unterziehen. Ein Börsianer wertete die
Nachricht leicht positiv. Sie könnte bedeuten, dass der Mischkonzern nicht wie
befürchtet auf die sogenannte “schwarze Liste” gesetzt wird. Firmen auf dieser
Liste dürften nicht mit US-Unternehmen zusammenarbeiten.

Titel von Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft könnten
ebenfalls auf Interesse stoßen. Der Rückversicherer hat sein mittelfristiges
Ziel bekräftigt.

Auch die im MDAX notierten Papiere von Salzgitter
sollten nach ihrem Vortagesverlust von knapp 17 Prozent besonders im Auge
behalten werden. Händler verwiesen auf mehrere Presseberichte, die eine kräftige
Erholung stützen dürften. Der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” zufolge erwartet
der Stahlkonzern auch in 2009 gutes Stahlgeschäft. “2008 wird für Salzgitter ein
exzellentes Stahljahr, und ich denke, dass sich das Unternehmen auch im nächsten
Jahr gut schlagen wird”, wird Unternehmenschef Wolfgang Leese zitiert. Zuletzt
sei immer wieder ein schnelleres Hoch im Stahlzyklus befürchtet worden, sagte
ein Börsianer. Erst am Vortag hatte die UBS Gewinnprognosen und Kursziel
gesenkt. Leese erklärte gegenüber der “Financial Times Deutschland” zudem, dass
das Wachstumsziel für die Stahlproduktion Ende 2009 oder Anfang 2010 erreicht
werde.

Der geplante Verkauf der TUI -Reederei Hapag-Lloyd steht einem
Pressebericht zufolge unter keinem guten Stern und könnte die Aktie ebenfalls in
den Fokus rücken. “Ich erwarte nicht, dass TUI im derzeitigen wirtschaftlichen
Umfeld einen akzeptablen Preis für Hapag-Lloyd bekommen wird”, sagte Tor Olav
Troim der Zeitung “Welt” (Dienstagausgabe). TUI-Chef Michael Frenzel solle daher
über ein Verschieben des Verkaufs nachdenken./sf/la

Kontakt: financial.de AG Seitzstrasse 23 80538 München Telefon: 089 / 210298 -0 Telefax: 089 / 210298 -49 E-Mail: info@financial.de

Copyright © 2012 www.financial.de. Alle Rechte vorbehalten.