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Aktien Frankfurt Ausblick: Kaum verändert – Großer Verfallstermin im Fokus

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Freitag kaum
verändert in den Handel starten. “Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und da
ziehen sich Anleger immer mehr von riskanten Positionen zurück und wenden sich
den sicheren Investments zu. Das hat man auch am jüngsten Erholungsschub des
Dollar gesehen”, sagte ein Händler. Allerdings steht an diesem Tag der große
Verfallstermin an den Derivatebörsen an, der Bewegung bringen dürfte. Dann
laufen Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien aus. Der X-Dax, der
auf Basis des Dax-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex
anzeigt, notierte um 8.10 Uhr bei 5.850 Punkten. Damit liegt er um 0,10 Prozent
über dem Xetra-Schluss des Dax am Donnerstag.

Die Vorgaben der Börsen aus Übersee sind leicht gemischt. So hatte der
US-Leitindex Dow Jones Industrial schwach geschlossen, der Dow-Future
erholte sich aber seit Xetra-Schluss um 0,17 Prozent. In Tokio schloss der
Nikkei-225-Index mit minus 0,21 Prozent.

Auf der Agenda stehen kaum spannende Themen. In Deutschland dürfte der
ifo-Index, der Auskunft über die Stimmung in der deutschen Wirtschaft gibt, am
Vormittag in den Fokus rücken. Erwartet wird, dass sich die Stimmung im Dezember
zum neunten Mal in Folge aufgehellt hat. Sowohl die Lageeinschätzung als auch
die Erwartungshaltung sollte sich erneut verbessert haben. Zudem steht der
Bericht des Sportwagenbauers Porsche zum ersten Geschäftsquartal an.
Neben Porsche dürften zudem die Titel von MAN und Daimler in
den Blick rücken. Der Nutzfahrzeugabsatz in Europa ist nämlich weiter
rückläufig. Im November wurden erneut weniger neue Lastwagen, Transporter und
Busse in den Verkehr gebracht, wie der europäische Verband der
Automobilhersteller ACEA mitteilte. Nachdem der Absatz bereits im Vormonat
schwach war, ging er nun weiter zurück, und zwar um fast 16 Prozent im Vergleich
zum Oktober. Von dem Rückgang auf 143.293 Fahrzeuge waren alle Gewichtsklassen
betroffen.

Die Aktien von Adidas und SAP könnten von den
Quartalszahlen ihrer US-Konkurrenten profitierten. So übertraf der amerikansiche
Sportartikelhersteller Nike trotz eines Umsatz- und
Gewinnrückgangs die Markterwartungen. Zudem könnten Nikes Geschäfte in Kürze
besser laufen, denn der Auftragsbestand mit Lieferfrist zwischen Dezember 2009
und April 2010 stieg um vier Prozent auf 7,0 Milliarden Dollar.

SAP-Konkurrent Oracle überraschte in den USA mit einem
Gewinn- und Umsatzsprung. Allerdings hat der Softwarekonzern Oracle laut seinem
Chef Charles Phillips SAP zum vierten Mal in Folge Marktanteile in jeder
Weltregion weggenommen. Das dürfte etwas auf die Stimmung für die deutschen
Titel drücken, meinte ein Händler, der insgesamt jedoch mit einer positiven
Reaktion der SAP-Aktie auf die Oracle-Zahlen rechnet.

Die Aktien von Continental könnten auf einen Bericht im
“Handelsblatt” reagieren, dem zufolge Schaeffler die Ausgabe neuer Aktien im
kommenden Jahr auf 30 Millionen begrenzen will. Dies könnte allerdings die
Refinanzierung gefährden, da die Gläubigerbanken ein Minimum von einer Milliarde
Euro durch die Kapitalerhöhung verlangen. “Diese Unruhe dürfte auf der
Conti-Aktie lasten, auch wenn man sich kaum vorstellen kann, dass Schaeffler den
ganzen Restrukturierungsprozess aufs Spiel setzen wird”, sagte ein Börsianer.

Im TecDax könnten die Aktien von United Internet die
Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Unternehmen will die Internet-TV-Technik der
Deutschen Telekom nutzen. “Auch hier liegt eine Monopolstruktur vor;
solche Dienste müssen ebenfalls diskriminierungsfrei zugänglich sein”, sagte der
Chef der Tochtergesellschaft 1&1 der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” und
verlangt notfalls einen Eingriff der Regulierungsbehörde./ck/fat

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