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8:18 | 08.10.2008
Aktien Frankfurt Ausblick: Kurseinbruch zum Auftakt erwartet

FRANKFURT (dpa-AFX) – Stark belastet von den Kurseinbrüchen an den
Weltbörsen wird auch der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch voraussichtlich sehr
schwach eröffnen. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den außerbörslichen
Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag um kurz nach 8.00 Uhr bei 5.116 Punkten
und damit rund vier Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag.

In New York war der Dow Jones Index am Vorabend erneut um 5,11
Prozent eingebrochen und schloss auf auf dem tiefsten Stand seit September 2003.
Er fiel unter die Marke von 10.000 Punkten. In Tokio sackte der
Nikkei-225-Index um neun Prozent und schloss ebenfalls auf dem
tiefsten Stand seit fünf Jahren. Prozentual verlor der Index damit so viel wie
zuletzt 1987.

“Nachdem wieder eine Stützungsmaßnahme durch die US-Notenbank verpufft ist
und auch Signale für eine Zinssenkung nicht stabilisieren konnten, stellt sich
wirklich die Frage, was den Rutsch noch aufhalten soll”, sagte ein Börsianer.
Die Bekanntgabe, dass die Fed Commercial Papers kaufen will, um mehr Liquidität
in den Geldmarkt zu pumpen, sorgte an den US-Börsen nur anfangs für
Erleichterung. Nachdem im späteren Handelsverlauf jedoch Notenbank-Chef Bernanke
wegen der aktuellen Krise große Gefahren für das Wirtschaftswachstum ausmachte,
gingen die US-Indizes wieder kräftig auf Talfahrt.

Ebenso wie in den USA dürften zur Wochenmitte auch hierzulande die
Finanztitel die Hauptrolle im Börsenzirkus für sich beanspruchen. Aktien der
Deutschen Bank , Commerzbank und Allianz dürften
weiter deutlich unter Druck stehen. Weitere Stützungsmaßnahmen für den Geldmarkt
durch die US-Notenbank hätten ebenso wenig für eine Stabilisierung gesorgt, wie
das Signal auf Zinssenkungen, sagte ein Börsianer. Im US-Handel hätten dabei
Banken erneut mit massiven Verlusten herausgeragt. Bank of America
rutschten belastet durch Gewinneinbruch und Kapitalbedarf um 26,23
Prozent auf 23,77 US-Dollar. Nachbörslich ging es um weitere 5,34 Prozent nach
unten. Einem Medienbericht zufolge liege die Platzierungsspanne für die
Kapitalerhöhung zwischen 22 und 23 Dollar, so ein Händler. “Ob das Rettungspaket
für britische Banken dem ganzen Sektor positive Impulse geben kann, bleibt
fraglich”, ergänzte der erste Börsianer. Der britische Finanzminister hatte ein
Rettungspaket für die Banken des Landes angekündigt. Details würden vor
Börseneröffnung mitgeteilt.

Auch die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) stehen weiter im
Rampenlicht. Der Deutsche-Bank-Manager Axel Wieandt wird neuer Vorstandschef des
angeschlagenen Münchner Staats- und Immobilienfinanzierers. Wieandt ist laut
Unternehmensangaben mit Wirkung zum kommenden Montag (13. Oktober) zum
Vorstandsvorsitzenden berufen worden. Das komplette Finanzierungsmanagement des
Unternehmens soll künftig der Commerzbank-Manager Kai Wilhelm Franzmeyer
verantworten. “Das war schon während des Xetra-Handels ein offenes Geheimnis”,
sagte ein Börsianer mit Blick auf einen entsprechenden Pressebericht am Vortag.
Im Frankfurter Parketthandel gab die Aktie auf 4,42 Euro weiter nach
(Xetra-Schluss: 4,48 Euro).

Eine Nebenrolle dürften die Aktien von Continental übernehmen.
Wegen des Schuldendrucks durch die bevorstehende Übernahme durch Schaeffler
lotet der Automobilzulieferer einem Pressebericht zufolge den Verkauf der
milliardenschweren Geschäfte für Gummiprodukte aus. Der Konzern habe die
Investmentbank Perella Weinberg beauftragt, nach möglichen Erwerbern für die
Reifensparte und Contitech zu suchen, berichtet die “Financial Times
Deutschland” (Mittwochausgabe). Verkaufspläne für die Reifensparte seien bereits
bekannt, sagte ein Händler, der geplante Verkauf von Contitech sei allerdings
neu. “Das könnte positiv wirken, wenn die Pläne konkreter werden”, sagte er.

Im MDAX rücken Symrise-Aktien mit Zahlen des
Wettbewerbers Givaudan in den Vordergrund. Der Schweizer
Aromen- und Riechstoffhersteller hat Börsianern zufolge in den ersten neun
Monaten des laufenden Jahres seine Umsätze stärker gesteigert als erwartet.
Zudem hieß es, dass Givaudan gut positioniert sei, um 2009 überdurchschnittlich
zu wachsen. Laut einem Händler klingen die Nachrichten zwar positiv. Ob dies
jedoch der Symrise-Aktie in dem sehr schwach erwarteten Markt helfen kann, sei
fraglich. Zudem geht Douglas davon aus, im Geschäftsjahr 2007/08 4,6
Prozent mehr Umsatz zu erzielen./sf/la


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