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8:16 | 09.10.2008
Aktien Frankfurt Ausblick: Stabilisierung zum Auftakt erwartet

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem Kursrutsch des Vortages wird sich der
deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zur Eröffnung voraussichtlich etwas
stabilisieren. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den außerbörslichen
Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag um kurz nach 8.00 Uhr bei 5.016 Punkten
und damit rund 0,05 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Vortag.

“Die Volatilität bleibt immens hoch und zeigt damit ein Höchstmaß an
Unsicherheit”, sagte ein Händler. Auch eine Gegenbewegung könnte damit
entsprechend kräftig ausfallen. Die Vorgaben sind allerdings erneut leicht
negativ. So hatten die US-Börsen zwischen Plus und Minus geschwankt und zuletzt
mehrheitlich wieder deutlich an Boden verloren. Der Dow Jones ging
schwach aus dem Handel. In Asien schloss der Nikkei-225-Index nach
zwischenzeitlicher Erholung knapp behauptet. Auf der US-Konjunkturagenda stehen
neben den wöchentlichen Erstanträgen auch Lagerbestände und Umsätze im
Großhandel.

Am deutschen Aktienmarkt rücken einmal mehr die Finanztitel in den Fokus.
Die Papiere der Hypo Real Estate (HRE) könnten Händlern zufolge erneut
unter Druck geraten. Börsianer verwiesen auf einen Artikel in der “Financial
Times Deutschland” (Donnerstagausgabe), demzufolge die Finanzaufsicht BaFin den
HRE-Vorstand der Fehlinformation über die Lage der Tochter Depfa Bank
bezichtigt. Laut einem Händler könne das für die HRE geschnürte Rettungspaket
natürlich nicht zurückgezogen werden. Dennoch könnten einige Banken ihren Anteil
an der Rettung des Staats- und Immobilienfinanzierers erneut zur Diskussion
stellen.

Auch die Titel von SAP stehen weiter im Fokus. Der Softwarekonzern
verhängte nach Informationen der “Rhein-Neckar-Zeitung” mit sofortiger Wirkung
drastische Sparmaßnahmen. Wie die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe berichtet,
informierten die Vorstandssprecher Henning Kagermann und Leo Apotheker die
Mitarbeiter am Mittwochabend in einer internen E-Mail über die “sofort gültigen
Kostensparmaßnahmen”. Am Montag hatten Kagermann und Apotheker bereits einen
Einstellungsstopp verhängt und weitere Maßnahmen angekündigt, ohne Details zu
nennen. Das dürfte die Stimmung nach der relativierten Jahresprognose vom
Wochenanfang erneut belasten, sagte ein Börsianer. Drastische
Einsparungsmaßnahmen seien Anzeichen dafür, dass SAP selbst mit einem längeren
Abschwung im eigenen Geschäft rechnet. Stützen könnten aber wiederum gute
vorläufige Zahlen von IBM .

Die Nachfrage nach den im TecDAX notierten Wirecard-Aktien
dürfte hingegen hoch sein. Der Zahlungsabwickler zieht ein positives
Fazit der Sonderuntersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.
Einzelne Punkte seien angesprochen worden, welche jedoch die Aussagekraft und
Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes 2007 nicht
wesentlich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt hätten sich
keine Hinweise auf irreführende Angaben im Konzernabschluss und
Konzernlagebericht 2007 ergeben. “Vielleicht bringt der Bericht das durch die
Vorwürfe des SdK verlorene Vertrauen zurück”, sagte ein Börsianer. Die
Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte Ende Juni von Ungereimtheiten
in der Bilanz gesprochen. Seither rutschten die Papiere um rund 62 Prozent ab.

Während die Deutsche Bahn weiter an ihren Börsengangsplänen festhält, sagte
das Mainzer Solarunternehmen Schott Solar seinen Börsengang wegen der
Finanzkrise auf unbestimmte Zeit ab. Als Grund nannte ein Sprecher der
Gesellschaft am Mittwoch das “umwerfend schlechte” Marktumfeld. Mit der
Entscheidung endet ein zähes Ringen des Unternehmens inmitten der Krise. Schott
Solar wollte ursprünglich schon Mitte September an die Börse gehen, nach
mehreren Verzögerungen sollte es nun an diesem Donnerstag (9. Oktober) soweit
sein./sf/la


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