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14:53 | 16.09.2009
Aktien Frankfurt: Freundlich – ‘Ende des Aufschwungs nicht in Sicht’, US-Daten

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine
moderaten Vortagesgewinne deutlich ausgebaut. Händler begründeten die anhaltend
positive Stimmung am Markt damit, dass die Investoren immer noch auf der Suche
nach rentierlichen Anlagemöglichkeiten seien und deshalb auf Dividendentitel
setzten. Der Leitindex rückte um 0,78 Prozent auf 5.672,98 Punkte vor
und markierte bei 5.688,21 Zählern zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch. Für
den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,49 Prozent auf 7.313,21
Punkte nach oben, der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,16
Prozent auf 762,64 Zähler. Auch diese beide Indizes kletterten im Tagesverlauf
auf ihr jeweiliges Jahreshoch.

“Am Aktienmarkt ist noch kein Ende des Aufschwungs erkennbar”, sagte Fidel
Helmer, Händler bei der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser. Es gebe
weiterhin viele institutionelle Anleger, die noch nicht auf den fahrenden Zug
aufgesprungen seien. Dem Börsianer zufolge ist es deshalb gut möglich, dass sich
dieser Höhenflug noch bis zu den Bundestagswahlen am 27. September fortsetzt.
Etwas gedämpft wurde das Plus zur Wochenmitte jedoch durch jüngste US-Daten. In
den USA sind die Verbraucherpreise im August etwas stärker als erwartet
gestiegen.

Titel von Sportartikelherstellern zählten derweil zu den größten Gewinnern
am Aktienmarkt. Adidas etwa stiegen an der Dax-Spitze um 7,00 Prozent
auf 36,06 Euro und Puma rückten im MDax um 3,27 Prozent auf 227,19
Euro vor. Adidas befinde sich ebenso wie Puma in einer guten Position, um
künftig besser als die Konkurrenz abzuschneiden, schrieb Analystin Louise
Singlehurst in einer Studie

Gefragt waren auch die Aktien der Commerzbank , die sich um 3,65
Prozent auf 8,795 Euro verteuerten. Der für das Privatkundengeschäft zuständige
Vorstand Achim Kassow hatte dem “Handelsblatt” gesagt, dass der Verkauf von
Kleinwort Benson und der Dresdner Bauspar AG auf reges Interesse stoße.
K+S-Papiere verbuchten ferner ein Plus von 3,26 Prozent auf 38,98
Euro. Börsianer sahen die Aktien des Düngemittelherstellers durch Kursgewinne
der US-Wettbewerber gestützt. SAP-Titel aber verloren 1,54 Prozent auf
34,55 Euro. Börsianer begründeten dies mit dem im späten Handel vom Vortag
bekannt gewordenen Aktien-Verkaufsvertrag von Hasso Plattner, dem Gründer des
Softwarekonzerns.

Im MDax richtete sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auf die Bauwerte.
Bilfinger Berger etwa gewannen 5,20 Prozent auf 48,56 Euro, Hochtief
jedoch legten nur um 0,58 Prozent auf 55,18 Euro zu. Börsianer
verwiesen auf eine Studie von Goldman Sachs zu den europäischen Bauwerten als
Impulsgeber. Darin hob Analyst Eshan Toorabally Bilfinger Berger um zwei Stufen
von “Sell” auf “Buy” und erhöhte das Kursziel von 30,10 auf 67,00 Euro. Er
begründete den Schritt mit den verbesserten Marktaussichten für das
Dienstleistungsgeschäft. Sein Hochtief-Votum senkte er indes nach der starken
Kursentwicklung von “Buy” auf “Hold”, erhöhte allerdings das Kursziel von 41,20
auf 68,30 Euro.

Tui-Papiere sanken hingegen um 2,59 Prozent auf 6,97 Euro. Die
Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd, an der der Reisekonzern weiter
beteiligt ist, stößt mit der von Bund und Land erbetenen Bürgschaft einem
Bericht der “Financial Times Deutschland” (FTD) zufolge auf Probleme mit dem
EU-Wettbewerbsrecht. “Es ist eindeutig negativ, dass die Refinanzierung von
Hapag-Lloyd gefährdet ist”, meinte Analyst Jochen Rothenbacher von der
Frankfurter Investmentbank Equinet.

Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex stiegen im TecDax um
4,10 Prozent auf 13,20 Euro. Dem Bau weiterer deutscher Windparks in der Nordsee
steht rechtlich nichts mehr im Wege. Das Bundeskabinett beschloss eine
Verordnung zur Raumnutzung solcher Anlagen in der deutschen Wirtschaftszone, die
von anderen Nordsee-Anrainern nicht genutzt werden kann./la/sf

— Von Lutz Alexander, dpa-AFX —


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