AGENTURMELDUNGEN

12:39 | 10.07.2009
Aktien Frankfurt: Leichter – Gewinnmitnahmen halten an – dünne Nachrichtenlage

FRANKFURT (dpa-AFX) – Ohne entscheidend neue Impulse hat der deutsche
Aktienmarkt seinen Erholungsversuch vom Vortag abgebrochen und am Freitag
leichte Kursverluste verbucht. Der DAX sackte am Mittag um 0,43
Prozent auf 4.610,10 Zähler ab, nachdem der Leitindex am Vortag nach fünf
Verlusttagen in Folge 1,26 Prozent gewonnen hatte. Der MDAX fiel um
0,76 Prozent auf 5.507,63 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDAX
ging es dagegen um 0,21 Prozent auf 614,50 Punkte nach oben.

“Der heutige Tag ist die Fortsetzung einer insgesamt enttäuschenden
Börsenwoche”, sagte Thilo Müller, Fondsmanager bei MB Fund Advisory. Derzeit
warte der Markt auf harte Fakten bezüglich einer nachhaltigen konjunkturellen
Erholung und in dieser Konsolidierungsphase erhielten die Pessimisten stärkeres
Gehör. Entsprechend habe es zuletzt verstärkt Gewinnmitnahmen gegeben und viele
Investoren zögen sich erstmal an die Seitenlinie zurück. Allerdings könnten die
US-Daten am Nachmittag nochmal neue Bewegung bringen. Die Erwartung gehe dahin,
dass die Korrektur noch etwas anhalten könnte. Mit einem Minus von mehr als zehn
Prozent im DAX seit vergangenem Monat sei aber bereits einiges geschafft und der
Markt werde nach diesem Rückschlag sicherlich nicht ins Bodenlose fallen, sagte
Müller.

Vor allem im DAX fehlten Händlern zufolge die marktbewegenden Nachrichten.
Titel von Salzgitter profitierten an der Indexspitze von einer
Hochstufung durch die Citigroup. Die Aktien des Stahlkochers verteuerten sich um
1,62 Prozent auf 59,60 Euro. Commerzbank verteuerten sich um 1,16
Prozent auf 4,805 Euro. Das umstrittene “Bad-Bank”-Gesetz nahm die letzte Hürde:
Der Bundesrat billigte die Pläne, nach denen Banken ihre Bilanzen im großen
Umfang von Risikopapieren befreien können. Post-Aktien lagen ohne
Nachrichten mit minus 3,07 Prozent auf 8,985 Euro am DAX-Ende.

Ein verstärktes Nachrichtenaufkommen diagnostizierten Händler unterdessen im
TecDAX, der durch Kursgewinne bei einigen Indexschwergewichten im Plus gehalten
wurde. Der angeschlagene Chiphersteller Infineon holt sich mit einer
Kapitalerhöhung von bis zu 337 Millionen Aktien den Finanzinvestor Apollo an
Bord. Die Aktie gewann 1,94 Prozent auf 2,630 Euro. Nordex-Titel
legten infolge eines weiteren Auftrags zum Bau von Windanlagen in der Türkei
2,00 Prozent auf 10,72 Euro zu.

Im MDAX rutschten Aktien der mit hohen Verlusten kämpfenden Heidelberger
Druckmaschinen AG mit 1,08 Prozent auf 3,68 Euro ins Minus. Der
Druckmaschinenhersteller will in der Krise an ihrem Vorstandschef Bernhard
Schreier festhalten. Premiere

 standen mit minus 3,86 Prozent auf
2,74Prozent am MDAX-Ende. TUI-Aktien verbilligten sich um 3,80
Prozent auf 4,050 Euro, nachdem Goldman Sachs auf “Neutral” abstufte./fat/rum

— Von Frederik Altmann, dpa-AFX —


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