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18:06 | 03.04.2008
Aktien Frankfurt Schluss: Etwas schwächer – US-Daten fallen gemischt aus

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach gemischt ausgefallenen US-Konjunkturdaten ist der
deutsche Aktienmarkt am Donnerstag etwas schwächer aus dem Handel gegangen. Der
DAX schloss 0,53 Prozent tiefer bei 6.741,72 Zählern und gab damit
einen Teil seiner am Mittwoch erzielten Gewinne wieder ab. Der MDAX
fiel um 0,55 Prozent auf 8.982,13 Punkte. Der TecDAX gab 0,74 Prozent
auf 795,29 Punkte ab.

Die Daten aus den USA lösten Händlern zufolge ein unterschiedliches Echo
aus. Während die Notierungen am frühen Nachmittag zunächst nach enttäuschenden
Nachrichten zum US-Arbeitsmarkt auf Talfahrt gegangen seien, habe die
überraschende Aufhellung der Stimmung unter den US-Einkaufsmanagern im
Dienstleistungssektor im März wieder für steigende Kurse gesorgt. Die Erholung
im späten Handel konnte jedoch die im Tagesverlauf erlittenen Verluste nicht
wieder wettmachen.

Die Aktien von Bayer profitierten laut Börsianern von dem
angehobenen Ausblick des Wettbewerbers Syngenta und legten
als einer der besten DAX-Werte um 1,74 Prozent auf 52,49 Euro zu. Das Schweizer
Agrochemie-Unternehmen hatte nach Quartalszahlen seine Gewinnprognose für 2008
angehoben. Ein Börsianer verwies zusätzlich darauf, dass die Bayer-Aktie die
negative Überreaktion auf Gewinnwarnungsgerüchte vom Vortag korrigiere.
“Außerdem sieht der Chart gut aus”, ergänzte er.

Dagegen gaben Infineon-Papiere um 3,75 Prozent auf 4,88 Euro nach
und bildeten damit das Schlusslicht im Leitindex. Ein Börsianer sprach von
Gewinnmitnahmen nach der zuletzt kräftigen Kurserholung vom Rekordtief bei 4,08
Euro. Die Zahlenveröffentlichung von Micron Technology gebe
dagegen nur wenig Impulse, da der US-Hersteller von PC-Speicherelementen keinen
Ausblick auf das dritte Quartal gegeben habe.

Im MDAX waren die Titel von Tognum nach einem bestätigten Ausblick
für 2008 einer der gefragtesten Werte und rückten um 5,57 Prozent auf 15,92 Euro
vor. Börsianer begrüßten die Aussagen des Dieselmotoren-Herstellers einhellig,
auch wenn sie darauf hinwiesen, dass diese keine Überraschungen enthielten.
Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe lobte, dass Tognum im derzeitigen
wirtschaftlichen Umfeld bei seinen Zielen bleibe und bestätigte die Aktie mit
“Kaufen” sowie einem Kursziel von 20 Euro. Cheuvreux verwies unter anderem auf
die günstige Bewertung im Sektorvergleich und bestätigte Tognum mit “Outperform”
sowie einem Ziel von 21 Euro.

HOCHTIEF-Papiere verteuerten sich um 3,13 Prozent auf 61,01 Euro.
Die australische Tochter Leighton hat zwei Aufträge mit einem
Gesamtvolumen von einer Milliarde australischer Dollar zum Aufbau und Betrieb
eines Kohlebergwerks aus Indien erhalten. Leighton-Aktien reagierten in Sydney
mit einem Kursgewinn von 5,52 Prozent. Das treibe auch den deutschen Bautitel
an, sagte ein Börsianer.

Für Aktien von Demag Cranes ging es nach einem positiv
aufgenommenen Pressebericht gar um 5,82 Prozent auf 31,48 Euro hoch. Der
“Financial Times Deutschland” (FTD) zufolge ist die US-Krise an dem Kranbauer
abgeprallt und eine Erhöhung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird
immer wahrscheinlicher. “Wir sind mit dem Verlauf des zweiten Quartals sehr
zufrieden”, wird Vorstandschef Harald Joos zitiert. Zu einer möglichen Anhebung
der Prognose habe sich Joos aber noch nicht äußern wollen. “Das Unternehmen hat
seinen Ausblick als konservativ eingestuft”, sagte ein Börsianer. “Eine Anhebung
ist also durchaus drin.” Die Spekulation hierauf beflügele den Kurs.

Praktiker-Titel gaben indes nach den Vortagsverlusten weitere 6,20
Prozent auf 14,82 Euro ab. Händler verwiesen darauf, dass JPMorgan die Aktie der
Baumarktkette von “Overweight” auf “Neutral” abgestuft und das Kursziel von 20
auf 15 Euro gesenkt hat. Zudem reduzierte die Commerzbank ihr Votum von “Buy”
auf “Hold” und die WestLB nahm das Papier von ihrer “Mid & Small Cap Focus
List”. Enttäuschende Zahlen hatten die Aktie bereits am Mittwoch mehr als elf
Prozent ins Minus gedrückt./la/tw


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