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12:13 | 30.09.2011
Aktien Frankfurt: Sehr schwach wegen Gewinnmitnahmen, China-Sorge und Inflation

FRANKFURT (dpa-AFX) – Gewinnmitnahmen haben den deutschen Aktienmarkt am
Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der Dax verlor am Mittag 2,65
Prozent auf 5.490,03 Punkte. Wegen Sorgen um eine Wachstumsabschwächung in China
und die anziehende Inflation in der Eurozone zögen Anleger ihr Kapital aus den
Aktienmärkten wieder ab, begründeten Börsianer die Verkäufe nach der jüngsten
Erholung. Der MDax mittelgroßer Werte fiel um 2,98 Prozent auf
8.378,46 Punkte und das Techbarometer TecDax verlor 2,47 Prozent auf
665,01 Punkte.

Seit dem Zwischentief am vergangenen Freitag hatte der Dax dank der Hoffnung
auf beherzte Schritte zur Lösung der Euro-Schuldenkrise in der Spitze fast 15
Prozent zugelegt. Einen erneuten Schlag für den Markt hätten die Inflationsdaten
der Eurozone bedeutet, die Analysten zufolge eine Zinssenkung zunächst sehr
unwahrscheinlich machen. Zudem schwappten Wachstumssorgen aus Asien herüber. Zu
den negativ aufgenommen Daten aus China gesellte sich die Industrieproduktion in
Japan. Diese stieg zwar im August im fünften Monat in Folge, die weiteren
Aussichten sind aber wegen der Stärke des Yen und der schwächelnden
Weltwirtschaft eingetrübt. “Window Dressing” kann sich am letzten Handelstag des
sehr schwachen dritten Quartals nicht mehr durchsetzen. Dabei versuchen
Fondsmanager mit Käufen vor dem Quartalsende ihre Bilanzen aufzupolieren, um
über eine gute Entwicklung ihrer Portfolios zu berichten.

DEUTSCHE BANK AM DAX-ENDE

Am Dax-Ende rutschten Auto- und teils auch Finanzwerte besonders stark ab.
Deutsche Bank verloren als Schlusslicht 8,00 Prozent auf 25,990 Euro.
In den vergangenen Tagen hatten sich die Aktien der zuvor im Zuge der Krisen arg
gebeutelte Branche deutlich von ihren Tiefs erholt, nun federten sie wieder
zurück. Einige Börsianer verwiesen auch auf einen Bericht des “Handelsblatt”,
dass die Deutsche Bank Schwierigkeiten haben könnte, ihr Gewinnziel zu
erreichen. “Diese Sorge ist aber alles andere als neu”, sagte ein Händler.
Commerzbank-Aktien rutschten auch mit 4,11 Prozent ins Minus, die
Titel des Versicherers Allianz gaben 4,03 Prozent ab.

BMW-Papiere verloren 6,03 Prozent, Daimler sackten um
4,29 Prozent ab. Händler verwiesen hier besonders häufig auf neuerliche Sorgen
um eine Wachstumsabschwächung in China, die den Sektor ausbremse. Aber auch
Metro-Aktien zählten mit minus 5,37 Prozent zu den größten Verlierern,
nachdem die Einzelhandelsumsätze in Deutschland im August deutlich stärker
abgesackt waren als von Volkswirten erwartet. Die Infineon-Papiere
litten indes unter besonders schwachen Vorgaben für Technologiewerte aus dem
US-Handel und auch aus Asien.

HHLA RUTSCHEN INS MINUS

HHLA konnten ihre Gewinne im Kielwasser einer Hochstufung der
US-Bank Morgan Stanley von “Underweight” auf “Equal-Weight” nicht bis zum Mittag
halten. Sie rutschten zuletzt im MDax um 2,09 Prozent ab. Nach der besonders
schwachen Entwicklung der Papiere des Hafenbetreibers im bisherigen
Jahresverlauf sei das Chance-/Risikoverhältnis nun ausgeglichener, hieß es in
einer Studie.

Die Solarworld-Titel zählten im TecDax mit einem Abschlag von 6,46
Prozent zu den größten Verlierern. Die Credit Suisse hatte das Kursziel für die
Anteile an dem Solarkonzern auf 4,50 Euro halbiert. Es gebe weiter keine
Verbesserungen und die Gewinnmargen dürften weiter schrumpfen, schrieb Analyst
Karsten Iltgen./fat/la

— Von Frederik Altmann, dpa-AFX —


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