22:42 | 26.09.2008
Aktien New York Schluss: Uneinheitlich – Finanzwerte hieven Dow ins Plus
NEW YORK (dpa-AFX) – Die wichtigsten US-Börsen sind am Freitag uneinheitlich
ins Wochenende gegangen und konnten damit nur zum Teil an ihre Gewinne vom
Vortag anknüpfen. Unter den Standardwerten wurden viele Bankaktien von der
Hoffnung angetrieben, dass sich die Politiker über das Wochenende doch noch auf
einige Maßnahmen zur Rettung der angeschlagene Finanzbranche einigen. Zuletzt
waren die Verhandlungen um das milliardenschwere Rettungspaket ins Stocken
geraten. Gesprächsthema war auch der Zusammenbruch der einst führenden
amerikanischen Sparkasse Washington Mutual. Technologietitel litten indes unter
dem enttäuschenden Ausblick des BlackBerry-Anbieters Reserach In Motion.
Der Leitindex Dow Jones (DJIA) drehte zum Handelsschluss ins Plus
und gewann 1,10 Prozent auf 11.143,13 Zähler, und der marktbreite S&P-500-Index
rückte um 0,34 Prozent auf 1.213,27 Zähler vor. An der NASDAQ fiel der
Composite-Index um 0,15 Prozent auf 2.183,34 Punkte. Der NASDAQ 100
sank um 0,92 Prozent auf 1.672,04 Punkte.
Die einst führende amerikanische Sparkasse Washington Mutual (WaMu)
ist unter den Lasten der Kreditkrise zusammengebrochen. Sie hatte in
diesem Jahr bereits mehr als 90 Prozent ihres Börsenwerts eingebüßt. In einem
Notverkauf wird sie nun zu weiten Teilen vom Finanzkonzern JPMorgan übernommen.
WaMu-Aktien waren vorbörslich um knapp 90 Prozent auf 0,18 Dollar in die Tiefe
gestürzt. Nach Börsenstart wurden sie dann nicht mehr gehandelt.
Titel von JPMorgan verteuerten sich als Spitzenreiter im
Dow Jones-Index um genau 11,00 Prozent auf 48,24 Dollar. Analyst William F.
Tanona von Goldman Sachs behielt seine “Neutral”-Einschätzung der Papiere bei.
Zwar erhöhe der Kauf deutlich den Marktanteil von JPMorgan in Kernmärkten wie
Florida oder der Westküste, schrieb der Experte in einer aktuellen Studie.
Gleichwohl senkte er wegen des schwierigen Marktumfeldes seine Schätzungen für
das Gesamtjahr. Zudem will die Großbank über den Verkauf neuer Aktien bis zu
11,5 Milliarden Dollar einnehmen.
JPMorgan und die Bank of America , die vor kurzem die
Investmentbank Merrill Lynch aufgekauft hatte, zählen nun zu den größten
US-Finanzinstituten. In einem an Liquidität knappen Markt seien jetzt die Titel
dieser beiden Banken gefragt, sagten Börsianer. Offensichtlich seien die
Investoren der Auffassung, dass die Finanzinstitute wegen ihrer breiten
Kapitalbasis Sicherheit böten. Titel der Bank of America schossen als
zweitbester Wert im Dow um 6,78 Prozent auf 36,70 Dollar nach oben. Dahinter
folgten Aktien von American Express mit einem Plus von 4,41
Prozent auf 39,50 Dollar und Citigroup-Papiere mit einem
Aufschlag von 3,81 Prozent auf 20,15 Dollar.
Abgestraft wurden hingegen die Titel der kleineren Bank Wachovia
, die um 27,01 Prozent auf exakt 10,00 Dollar einbrachen. Laut Analyst
Kevin Fitzsimmons von Sandler O’Neill & Partners fragen sich die Investoren nun,
welche weiteren Kreditinstitute bedeutende Positionen an hypothekengesicherten
Anlagen besäßen, die eventuell zu einem großen Teil abgeschrieben werden
müssten.
An der NASDAQ sackten die Titel des BlackBerry-Anbieters Reserach In Motion
(RIM) um 27,45 Prozent auf 70,76 Dollar ab. Das Unternehmen
steigerte zwar mit seinen Smartphones und mobilen E-Mail-Diensten Gewinn und
Umsatz im vergangenen Quartal deutlich. Der Ausblick enttäuschte die US-Anleger
jedoch massiv. Needham indes beließ die Einschätzung der Papiere auf “Under
Perform”. Negativ sei, dass das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2010 keine
wesentliche Verbesserung bei der Bruttomarge erwarte.
Aktien von Amazon.com verbilligten sich um 1,91 Prozent
auf 70,70 US-Dollar. Analyst Colin Sebastian von Lazard Capital Markets äußerte
sich skeptisch zu den Aussichten des weltgrößten Online-Einzelhändlers und
senkte seine Gewinnschätzungen./FX/la/das
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