16:46 | 11.11.2008
Aktien New York: Sehr schwach – Sorgen über Weltwirtschaft belasten
NEW YORK (dpa-AFX) – Die US-Börsen sind am Dienstag angesichts wieder
auflammender Sorgen über die Weltwirtschaft mit Verlusten in den Handel
gestartet. Zudem bereiten Börsianer zufolge teils schwache Unternehmenzahlen den
Anlegern einiges Kopfzerbrechen. Konjunkturdaten stehen am heutigen Feiertag
“Veteran’s Day” nicht auf der Agenda.
Der Dow-Jones-Index büßte zuletzt 2,55 Prozent auf 8.644,74
Punkte ein. Der marktbreite S&P-500-Index gab 2,52 Prozent auf 896,07
Zähler ab. Der NASDAQ Composite-Index verlor 2,54 Prozent auf
1.575,6 Punkte. Der NASDAQ 100 büßte 2,69 Prozent auf 1.217,38
Zähler ein.
Die Entscheidung von American Express , sich in eine
gewöhnliche Bank umzuwandeln, wurde von den Anlegern nicht belohnt. Die Titel
verloren 5,59 Prozent auf 22,64 US-Dollar. Der von der Finanzkrise gebeutelte
US-Kreditkartenkonzern will durch den Umbau in eine Bank Zugang zu günstigem
Kapital der US-Notenbank bekommen. Die Federal Reserve hatte dafür nach einem
Eilverfahren am Montagabend (Ortszeit) grünes Licht gegeben.
Nach einer Produktionsdrosselung gerieten die Titel von Alcoa
unter Druck und büßten 7,13 Prozent auf 10,94 Dollar ein. Der
Aluminiumkonzern fährt wegen der düsteren Konjunkturaussichten seine Produktion
weiter zurück. Mit der erneuten Kürzung drosselt der Hersteller die jährliche
Fertigung um insgesamt 15 Prozent.
Auch Titel von Procter & Gamble konnten sich mit einem
Minus von 0,42 Prozent auf 64,68 Dollar dem negativen Sog trotz positiver
Nachrichten nicht entziehen, waren aber besser als der Markt. Dank der Übernahme
des Marmeladenherstellers J.M. Smucker hat der weltgrößte Konsumgüterhersteller
seine Jahresgewinnprognose angehoben. Für Titel von Tyco International
ging es ebenfalls trotz eigentlich positiv aufgenommener Nachrichten
nach unten. Die Titel fielen um 12,04 Prozent auf 22,29 Dollar. Dabei verlief
das vierte Geschäftsquartal dank guter Geschäfte der Elektrik- und Metallsparten
positiv – der Industriekonzern hat die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Starbucks litten unter dem Konzernumbau und verloren
3,63 Prozent auf 9,83 Dollar. Starbucks ist wegen des Konzernumbaus im
vergangenen Quartal nur knapp an den roten Zahlen vorbeigeschrammt. Besonders in
Westeuropa stutzt der Konzern nun seine Ausbaupläne angesichts trüber
Konjunkturaussichten erneut. Eine konkrete Gewinnprognose wagt Starbucks wegen
der unsicheren Umsatzerwartungen nicht mehr. Im Geschäftsjahr 2009 soll die Zahl
der Filialen außerhalb der USA nun unter dem Strich um 700 steigen – zuletzt
waren in einer bereits drastisch verringerten Planung noch 900 vorgesehen.
Auch Qimonda steckt Kreisen zufolge in Schwierigkeiten.
Die Titel verloren 5,20 Prozent auf 0,12 Dollar. Die Zukunft des verlustreichen
Chipkonzerns hängt an einem seidenen Faden. Wenn innerhalb der nächsten Wochen
kein Investor gefunden werde, sei zu befürchten, dass das Unternehmen mit Sitz
in München bald zahlungsunfähig sein werde, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur
dpa am Dienstag aus Branchenkreisen. In diesem Fall müsse Qimonda
Insolvenzantrag stellen. Die Aktien hatten aber bereits am Vorabend ein weiteres
Drittel an Wert verloren./stb/wiz
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