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19:22 | 07.07.2008
Aktien Osteuropa Schluss: Gewinne

BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG (dpa-AFX/APA) – Die wichtigsten osteuropäischen
Aktienindex sind am Montag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Während
Budapest und Prag eine feste Tendenz aufwiesen, kam Warschau nur auf ein gut
behauptet.

In Budapest gewann der Leitindex BUX 1,28 Prozent auf 20.125,13
Punkte. Eingebettet in eine international freundliche Börsenstimmung
beherrschten zwei Titel den Handel im Index. Zum einen die Aktien des Öl- und
Gaskonzerns Mol , die zu Handelsschluss mit einem Minus von
3,44 Prozent auf 19.350 Forint schlossen. Dies ist der tiefste Schlusskurs seit
dem 3. Oktober 2006.

Die Premierminister Ungarns und Kroatiens vereinbarten den Aktientausch
zwischen der MOL und der kroatischen INA, der noch in diesem Jahr über die Bühne
gehen soll. Der kroatische Staat ist derzeit mit 44,84 Prozent an der INA
beteiligt, MOL mit einer Sperrminorität von 25 Prozent und einer Aktie.
Kroatischen Medienberichten zufolge soll MOL weitere 14 Prozent an der INA
erhalten. Die Kroaten könnten im Gegenzug MOL-Aktien erhalten.
MOL-Anteilsscheine wiesen am Montag das höchste Handelsvolumen im BUX auf.

Auf der anderen Seite bestimmten die Wertpapiere der OTP Bank den
Handel. Sie stiegen um 2,35 Prozent auf 6.050 Forint als technische
Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste. Die Aktie verlor seit Beginn des Jahres
über 30 Prozent.

Tagessieger im BUX waren Allami Nyomda mit einem Preisanstieg um 4,36
Prozent auf 9.930 Forint. Die ehemalige Staatsdruckerei emittierte junge Aktien
vor dem für Dienstag vorgesehenen Aktiensplit von eins zu zehn.

Definitiv nicht bestimmend für die Aktivitäten im Leitindex waren die Titel
des Pharmakonzerns Richter Gedeon . Der Handel mit diesen
wurde am Freitag ausgesetzt und seither nicht wieder gestartet, da neue
Konzernnachrichten den Kurs stark beeinflussen könnten. Demnach könnte die
Akquisition der polnischen Polpharma trotz Genehmigung durch die
Wettbewerbsbehörden scheitern, der Deal beliefe sich auf die Summe von 231
Milliarden Forint.

In Prag gewann der Leitindex PX 1,56 Prozent auf 1.442,10 Punkte.
Schlusslicht im Index waren Immobilientitel der Orco Property Group. Sie büßten
1,55 Prozent auf 840,60 Kronen ein, nachdem das Investmenthaus Atlantik
Financial Markets das Kursziel für die Anteilsscheine um 43 Prozent gekürzt
hatte.

Gut gesucht waren hingegen Aktien der Societe-Generale-
Tochter Komercni Banka , die um 7,31 Prozent auf
3.595 Kronen kletterten. Laut Analysten verfolgte ein unbekannter ausländischer
Investor eine aggressive Kaufpolitik und verursachte damit den starken Anstieg.
Die Experten der Raiffeisenbank hatten die Anlageempfehlung für die
Komercni-Titel am 2. Juli von “hold” auf “buy” erhöht.

Außerdem zählten CEZ mit einem Anstieg von 1,22 Prozent auf 1.324
Kronen, CETV mit einem Plus von 1,51 Prozent auf 1.345 Kronen und Unipetrol
mit einer Preissteigerung von 2,53 Prozent auf 230,60 Kronen an diesem
ruhigen Handelstag zu den Gewinnern.

In Warschau stieg der Leitindex WIG-20 um 0,42 Prozent auf 2.534,04 Punkte.
Der breiter gefasste WIG-Index fiel jedoch um 0,28 Prozent oder
112,42 Punkte auf 39.471,60 Zähler.

Im Mittelpunkt des Handels stand der polnische Bankensektor – sowohl am
einen als auch am anderen Ende des Kurszettels. PKO Bank verzeichneten einen
Kursaufschlag von 3,7 Prozent auf 44,30 Zloty und zogen den Leitindex in die
Gewinnzone. Ein stärkeres Wachstum konnten nur TVN mit einem Aufschlag von 3,8
Prozent auf 17,85 Zloty aufweisen.

Auch im hinteren Feld des WIG-20 waren Banktitel zu finden. Bank Pekao
verbilligten sich um 2,8 Prozent auf 157 Zloty und
schlossen damit auf der tiefsten Notierung seit Oktober 2005. Analysten der
Citigroup hatten das Kursziel für die Anteilsscheine aufgrund “niedrigen
Umsatzwachstums” um 20 Prozent auf 173 Zloty gekürzt.

Schlusslicht im WIG-20 waren Aktien des Medienunternehmens Agora
. Sie verloren 3,5 Prozent auf 29,91 Zloty. Der Warschauer
Bürgermeister plant ein Werbeverbot in der historischen Altstadt, indem große
Plakatflächen untersagt werden. Die Analysten von KBC schrieben dieser Nachricht
einen negativen Effekt für die Agora-Aktie zu./sma/APA/he


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