AGENTURMELDUNGEN

18:05 | 16.09.2008
Allianz bei Lehman mit rund 400 Millionen Euro engagiert

BRATISLAVA (dpa-AFX) – Dem Versicherungskonzern Allianz drohen
durch die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings
Ausfälle von maximal 400 Millionen Euro. Mit dieser Summe sei der
Konzern in etwa bei der US-Bank engagiert, sagte Vorstandschef Michael Diekmann
am Dienstag in Bratislava. Die übrigen Ausfallrisiken durch die Krise an den
internationalen Finanzmärkten seien momentan noch nicht verlässlich
einzuschätzen. Derzeit sei an den Märkten aber viel Psychologie im Spiel. “Wir
sehen Kursreaktionen, die auf Unsicherheit basieren statt auf realen Fakten.”

Auch zu Schäden durch den Hurrican “Ike” könne er derzeit noch keine Angaben
machen, sagte Diekmann. An den reduzierten Gewinnzielen für dieses Jahr ändere
sich daher nichts. “Es gibt keine Hinweise darauf, dass wir unsere
Profitabilitätsziele einkassieren müssen.” Wegen Problemen bei der noch zur
Allianz gehörenden Dresdner Bank hatte Europas größter Versicherer Anfang August
sein bisheriges Gewinnziel aufgegeben. Ohne das Bankgeschäft rechnet die Allianz
nun für 2008 und 2009 mit einem operativen Ergebnis von jeweils mindestens neun
Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Allianz ohne die Bank operativ
rund 10,1 Milliarden Euro verdient.

Die Entwicklung beim schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen American
International Group nannte Diekmann “dramatisch”. Lange Zeit
sei die AIG das Maß der Dinge in der Versicherungsbranche gewesen. Ein mögliches
Interesse der Allianz an Geschäftsbereichen der AIG ließ Diekmann offen. “Die
AIG braucht Kapital. Dafür hat sie bestimmte Aktivitäten zur Disposition
gestellt.” Dies seien zum Beispiel das Rückversicherungs- oder Leasinggeschäft.
Beides sei für die Allianz nicht von Interesse. Sollten andere Bereiche zum
Verkauf stehen, müsse dies zunächst in Ruhe angesehen werden./mf/DP/gr


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