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14:05 | 07.12.2009
ANALYSE: 2010 könnte noch ein attraktives Jahr für Aktien werden – CS

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Credit Suisse sieht das kommende Jahr durchaus
noch attraktiv für Aktien. “Die Situation wird nicht unbedingt einfacher, die
Schwankungen dürften auch in Zukunft hoch bleiben”, sagte Stefan Keitel,
Globaler Chefanlagestratege der Credit Suisse am Montag in Frankfurt. Da aber
immer noch viele Investoren nicht investiert wären, die Zinsen noch mindestens
bis ins dritte Quartal 2010 hinein niedrig bleiben dürften und auch die
quantitativen Maßnahmen der Notenbanken zunächst wohl nicht abebben, sollten die
Aktienmärkte weiter zulegen können. Derzeit gebe es nach wie vor keine wirkliche
Alternative zur Aktie.

Keitel zufolge werden aber Korrekturen auf die Anleger zukommen. “Der erste
Schwung nach unten dürfte mit dem ‘Säbelrasseln’ der Zentralbanken kommen”,
sagte der Experte und spielte damit auf die erwarteten Andeutungen für höhere
Zinsen und mögliche Exit-Strategien der EZB und der Fed an. Hier könne der
Aktienmarkt durchaus um 10 bis 15 Prozent zurücksetzen. Diese Korrektur biete
aber langfristig orientierten Anlegern nochmals die Chance sich zu
positionieren. Die von ihm erwartete zweite Welle der Abschreibungen im
Bankensektor – insbesondere auf die Kreditportfolios – könne dann einen weiteren
Rücksetzer auslösen. “Wir haben noch längst nicht alles gesehen. Der Höhepunkt
der Krise liegt zwar hinter uns, ausgestanden ist sie aber noch nicht.” Es sei
durchaus denkbar, dass nochmals ähnlich hohe Abschreibungen wie bislang
aufgelaufen auf die Banken zukommen. Diesmal seien die Märkte aber vorbereitet.

EMERGING MARKETS GANZ VORNE

Ein breit gestreutes Portfolio wird Keitel zufolge auch in Zukunft wichtig
sein. Sowohl innerhalb der verschiedenen Assetklassen wie Aktien, Anleihen,
Devisen und Rohstoffen als auch regional sollten sich Anleger breit aufstellen.
Ganz vorne dabei seien hier die Schwellenländer – die Emerging Markets wie
China, Indien und Lateinamerika. “Bereits in der Krise haben diese Länder den
Fallschirm für die globale Wirtschaft aufgespannt”, so Keitel. Er erwartet für
die Region der Emerging Markets im laufenden Jahr als einzige ein Wachstum, die
entwickelten Industrienationen hinken hier hinterher. 2010 soll seiner Schätzung
nach innerhalb der Eurozone ein reales Wachstum von 1,7 Prozent möglich sein,
die USA schaffen wohl 2,8 Prozent während es in den Schwellenländern bereits
wieder um 5,5 Prozent nach oben gehen soll.

Am geringsten zu diesem Wachstum in den Industrieländern dürfte der
Verbraucher beitragen, dieser sei zu angeschlagen. “Einzig die USA könnten hier
Anfang 2010 positiv überraschen.” In den Staaten habe es bereits kräftige
Einschnitte besonders auf dem Arbeitsmarkt gegeben, Europa hinke hier hinterher.
Daher sei es möglich, dass die Amerikaner durch ihre hohe
Anpassungsgeschwindigkeit auch schneller und stärker aus der Krise hervortreten
könnten als die Europäer. Eine Rückkehr auf das Niveau vor der Krise werde es
vor 2011 oder 2012 aber nicht geben. “Den ersten Platz wird den Schwellenländern
aber niemand streitig machen können. Den Anteil am weltweiten Wirtschaftskuchen
werden diese Länder deutlich erhöhen”, ist sich Keitel sicher./dr/ag


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