14:48 | 01.11.2009
Appel sieht Probleme der Post nicht gelöst
FRANKFURT (dpa-AFX) – Trotz des Verzichts der Post-Mitarbeiter auf
Einkommenserhöhungen in den nächsten beiden Jahren sieht Post-Chef
Frank Appel die Probleme des Unternehmens nicht gelöst. “Das ist ein erster
Schritt in die richtige Richtung – allerdings keine langfristige strukturelle
Antwort auf unsere Probleme”, sagte Appel der “Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung”. “Wir haben jetzt Planungssicherheit für 2010 und 2011, und es
konnte ein Streik in der Weihnachtszeit vermieden werden.”
Im Briefgeschäft der Post war der Gewinn im ersten Halbjahr von 821
Millionen auf 557 Millionen Euro zurückgegangen. “Zwei Drittel des Einbruchs im
Briefgeschäft sind struktureller, nicht konjunktureller Natur”, sagte Appel in
dem Interview. Die wichtigste Rolle spiele dabei die Konkurrenz durch das
Internet. “Wir transportieren immer weniger private Briefe, das können die
Werbesendungen nicht ausgleichen”, sagte Appel. “Viele Unternehmen werben lieber
mit Anzeigen bei Google statt mit Werbesendungen per
Post.” Die Werbebudgets für Werbung per Post seien in der Krise stark
zurückgegangen. “Und sie werden nach der Krise auch nicht wieder auf das alte
Niveau kommen.”
Große Hoffnungen setzt der Postchef auf Asien: “In China etwa wollen wir vom
schnell wachsenden Transportgeschäft profitieren”, sagte er. “Dort bieten wir
etwa große, modern verwaltete Lager an und bauen das Übernacht-Express-Geschäft
aus.” Auf diesen zwei Geschäftsgebieten könne die Deutsche Post ihre Erfahrungen
aus Europa einbringen: “Davon können asiatische Unternehmen und Kunden
profitieren.” Zum US-Express-Geschäft sagte der Postchef: “Wir haben unsere
Verluste planmäßig gesenkt und streben an, im vierten Quartal nicht mehr als 100
Millionen Dollar Verlust zu machen.” Hinzu kämen allerdings “erhebliche
Restrukturierungskosten”./pi/DP/he
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