13:43 | 30.04.2010
Apple-Chef Jobs heizt Zwist mit Adobe an
HAMBURG (dpa-AFX) – Apple-Chef Steve Jobs hat den schon
seit längerem schwelenden Zwist mit dem Softwarekonzern Adobe
weiter angeheizt. In einem Schreiben auf der Firmen-Homepage erklärt
Jobs mit ungewöhnlich harschen Worten, warum Apple bei seinen mobilen Geräten
iPhone, iPod und iPad auf die weit verbreitete Flash-Software von Adobe
verzichtet. Adobe wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück und kündigte an, sich
verstärkt auf andere Gerätehersteller zu konzentrieren.
Apple-Gründer Jobs übt in dem Beitrag (”Thoughts on Flash” – Gedanken zu
Flash) heftige Kritik: Die Software sei veraltet, sicherheitsanfällig,
batterieraubend und generell für Geräte mit Touchscreen ungeeignet. Zudem greife
Apple bei den mobilen Geräten nicht auf Flash zurück, um zu verhindern, dass
seine Entwickler auf externe Produkte und Firmen angewiesen sind.
Adobe Flash ist die derzeit am weitesten verbreitete Software zur
Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte – nur nicht auf iPhone, iPod
und iPad. Deswegen war Apple zuletzt häufig kritisiert worden.
Jobs entgegnet, dass beinahe alle Flash-Videos im Internet auch im
Darstellungsformat H.264 verfügbar und dadurch auf Apple- Geräten zugänglich
seien. Die größte Video-Plattform im Web, YouTube, werde beispielsweise komplett
auf iPhone oder iPad dargestellt. Daneben wirft Jobs Adobe große
Sicherheitslücken vor: “Wir wissen aus erster Hand, dass der Hauptgrund für
abgestürzte Mac-Computer Flash ist.” Trotz gemeinsamer Anstrengungen seien die
Probleme über Jahre geblieben.
Adobe-Chef Shantanu Narayen bezeichnete die technischen Vorwürfe in einem
Interview mit dem “Wall Street Journal” (WSJ) als “Vorwand”. Das Verhalten von
Apple und Firmenchef Jobs zeige, “wie besorgt sie sind”, dass auch Adobe
Produkte anbieten werde, welche die gesamte Palette – Computer, Handys,
Tablet-PC und Fernsehen – abdecken.
Dass Apples Mac-Computer mit Flash abstürzen, “hat ebenso viel mit dem
Apple-Betriebssystem zu tun”, sagte Narayen. Den Vorwurf, die Akku-Laufzeiten
mit Flash seien nur halb so lang als mit anderer Software, bezeichnete der
Adobe-Chef als “offensichtlich falsch” – Tests hätten das Gegenteil gezeigt.
Das Tischtuch zwischen Apple und Adobe scheint zerschnitten. Adobes
Chef-Techniker Kevin Lynch teilte in einem Firmen-Blog mit: “Wir haben bereits
entschieden, unseren Fokus nicht mehr auf Apple zu richten.” Andere Anbieter wie
Google , Research In Motion (RIM) ,
Palm, Microsoft oder Nokia sollen
nun verstärkt mit Adobe-Produkten ausgestattet werden./sw/DP/tw
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