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16:07 | 24.09.2010
BASF: Ursache für Anbau illegaler Gen-Kartoffel geklärt

LIMBURGERHOF (dpa-AFX) – Die BASF hat die Ursache für den
versehentlichen Anbau der nicht zugelassenen Gen-Kartoffel Amadea in Schweden
entdeckt. Bei der Anzucht, die zeitweise in denselben Räumen geschah, sei es zur
Verwechslung von Pflanzen der genehmigten Gen- Kartoffel Amflora und der Sorte
Amadea gekommen. Für Amadea hatte der Chemiekonzern erst kürzlich die Zulassung
beantragt. Die BASF-Tochter Plant Science teilte am Freitag im pfälzischen
Limburgerhof mit, der betroffene Teil der Amflora-Ernte aus Schweden werde nun
entsorgt. Davon sind laut BASF rund 16 Hektar betroffen.

Auf dem einzigen deutschen Feld mit Amflora-Kartoffeln bei Zepkow
(Müritzkreis) soll in der nächsten Woche die Ernte beginnen. Die Kartoffeln von
dem 14 Hektar großen Acker sollen nach früheren Angaben von Agrarminister Till
Backhaus (SPD) beschlagnahmt werden, bis der Verdacht von Verunreinigungen für
diese Kartoffeln ausgeräumt ist. Ob mit der BASF-Information die Zweifel des
Landes zu beseitigen sind, könne noch nicht gesagt werden, teilte eine
Sprecherin des Ministeriums am Freitag mit. Sie kündigte eine Prüfung sowie ein
Ergebnis für die kommende Woche an.

Im August waren einige Amadea-Pflanzen auf Äckern in Schweden entdeckt
worden, auf denen die Amflora angebaut wird. Beides sind gentechnisch veränderte
Stärkekartoffeln. Sie sollen hochwertigere Stärke unter anderem für die Papier-
und Klebstoffindustrie liefern. Die Amflora-Kartoffeln, die in
Mecklenburg-Vorpommern und Tschechien angebaut wurden, stammten dagegen laut
BASF aus Pflanzgut, das immer separat von Amadea aufgezogen wurde. Dort gebe es
auch keinerlei Indizien für eine Vermischung der Kartoffeln.

“Wir haben die Ursache zurückverfolgt und können die Vermischung auf einen
Teil der Ernte in Schweden eingrenzen”, erklärte der Geschäftsführer der BASF
Plant Science, Peter Eckes. “Es kam in unseren Räumen zu der Verwechslung, da
Pflanztöpfe von Amadea und Amflora dort zeitweise gemeinsam standen.” Künftig
sollen die Produktionssysteme von Amadea und Amflora noch klarer getrennt
werden, kündigte das Unternehmen an.

In Tschechien hatte BASF in diesem Jahr 150 Hektar und in
Mecklenburg-Vorpommern 15 Hektar Amflora angebaut. Die Ernte aus Tschechien soll
zur Stärkegewinnung und die aus Deutschland für die Saatproduktion genutzt
werden./löb/DP/stw


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