9:15 | 18.01.2010
Batteriehersteller: Elektroautos setzen sich frühestens in zehn Jahren durch
DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Bis sich Elektroautos auf dem Massenmarkt
durchsetzen, vergehen nach Schätzung eines Branchenvertreters noch 10 bis 15
Jahre. Hürde ist dabei der Preis der Batterien. “Um zu einem Massenprodukt zu
werden, darf die Batterie künftig nur noch die Hälfte des heutigen Preises
kosten, sagte Alex Molinaroli, Präsident von Johnson Controls Power Solutions,
der Tageszeitung “Die Welt” (Montagausgabe).
Als Ziel wird laut Zeitungsbericht in der Branche häufig ein Preis von 350
Euro pro Kilowattstunde bis zum Jahr 2015 genannt und von 250 Euro im Jahr 2020.
Derzeit koste die Kilowattstunde noch weit über 700 Euro. Die besonders
optimistischen Schätzungen, dass bereits 2020 rund 20 Prozent aller Autos mit
Batterien betrieben werden könnten, teilt Molinaroli nicht. Deutschland sieht
der Manager des nach eigenen Angaben weltgrößten Herstellers klassischer
Autobatterien, dabei nicht als führenden Treiber der Elektromobilität. “Die
Elektrifizierung des Autos wird in Deutschland etwas langsamer erfolgen, sagte
Molinaroli. Dagegen könnte seiner Einschätzung nach Frankreich durch die bereits
angestoßenen Projekte etwa mit Renault ein Vorreiter
werden.
Johnson Controls selbst wolle mit der Sparte Power Solutions bei der
Elektrifizierung des Antriebs mitmischen. Schon heute zählt sich der US-Konzern,
der unter anderem Autobatterien unter der Marke Varta vertreibt, zu den
Marktführern bei Batterien für alternative Antriebssysteme. In Frankreich hat er
Anfang 2008 eine erste Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien eröffnet. Ein weiteres
Werk wird derzeit im US-Bundesstaat Michigan gebaut. Der Hersteller stattet
unter anderem die Hybridversion der Mercedes-Benz S-Klasse mit
Lithium-Ionen-Batterien aus und bestückt den BMW 7er “Active Hybrid.
Zur Stärkung der Marktposition schloss der Sparten-Chef Zukäufe vor allem in
Asien nicht aus./dct/stw
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