18:27 | 19.08.2008
Bericht: Vergleich mit SEC für Siemens in greifbarer Nähe
MÜNCHEN (dpa-AFX) – Siemens kann im milliardenschweren
Schmiergeld-Skandal laut einem Medienbericht auf einen Vergleich mit der
US-Börsenaufsicht SEC hoffen. Noch im Herbst sei mit einem Vergleich mit den
amerikanischen Behörden zu rechnen, berichtete “FAZ.NET”, das Online-Angebot der
“Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, am Dienstag. Darauf deuteten Aussagen
verschiedener Personen hin, die mit dem Fortgang der Gespräche zwischen dem
deutschen Elektrokonzern und dem amerikanischen Justizministerium sowie der
Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) vertraut
seien. “Sie versuchen, die Dinge zum Ende zu bringen”, wurde ein New Yorker
Anwalt zitiert.
Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu nicht näher äußern. Siemens-Chef Peter
Löscher und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme hätten in der
Vergangenheit aber bereits deutlich gemacht, dass ein Vergleich mit der SEC eine
“vielleicht anzustrebende Variante” sei.
In dem Schmiergeld-Skandal geht es um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen
Zahlungen, die vermutlich zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt
wurden. Von der SEC droht dem Elektrokonzern in der Korruptionsaffäre die größte
Gefahr, weil sie eine Milliardenstrafe gegen Siemens verhängen könnte. Zuletzt
hieß es in Medienberichten, die SEC wolle zur Untersuchung des Skandals zwei
Beamte nach Deutschland schicken, die gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft
mehrere Zeugen und Beschuldigte vernehmen wollten. Weder die Staatsanwaltschaft
München noch Siemens selbst hatten dies aber bisher bestätigt. Auch am Dienstag
war zu dem Bericht bei der Staatsanwaltschaft keine Stellungnahme zu
erhalten./cs/DP/stw
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