11:37 | 30.04.2009
Bierabsatz stürzt auf historisches Tief
Wiesbaden (dpa-AFX) – Deutschlands Brauereien leiden zunehmend unter der
Wirtschaftskrise oder den Rauchverboten in Gaststätten: Im ersten Quartal
verkauften sie so wenig Bier wie nie zuvor seit Beginn der Erhebungen Anfang
1993, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. In
den ersten drei Monaten des Jahres sank der Absatz deutscher Brauereien
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent auf 20,7 Millionen Hektoliter. In
den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk nicht enthalten.
Mit 86,3 Prozent wurde der Großteil des deutschen Bieres im Inland
getrunken. Der Inlandsabsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent
auf 17,8 Millionen Hektoliter und damit etwas weniger stark als der Absatz
insgesamt. Mit einem Minus von 12,5 Prozent auf 2,2 Millionen Hektoliter brach
der Export in Länder der Europäischen Union besonders stark ein. Zudem waren die
Brauereien selbst sparsamer als zuvor. Sie schenkten Beschäftigten und Kunden
Anfang 2009 nur 0,04 Millionen Hektoliter Bier unentgeltlich aus und damit 8,2
Prozent weniger als im Vorjahr. Drittländer fragten 0,6 Millionen Hektoliter
deutschen Gerstensafts nach – ein Plus von 2,4 Prozent.
Noch stärker als der Bierabsatz insgesamt sank der Absatz von Biermischungen
mit einem Minus von 9,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2008. Insgesamt
wurden im ersten Quartal 0,7 Millionen Hektoliter der Mischungen aus Bier mit
Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen verkauft.
Im kalten ersten Quartal wird traditionell weniger Bier getrunken als im
Frühjahr und im Sommer. Doch auch im Gesamtjahr 2008 hatten deutsche Brauereien
Einbußen beim Absatz hinnehmen müssen. Sie verkauften 102,9 Millionen Hektoliter
Bier und damit rund 1,1 Millionen Hektoliter weniger als 2007./hs/DP/wiz
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