10:36 | 17.06.2009
BlackRock Global Investors wird weltgrößte Investmentbank
LONDON (dpa-AFX) – Die britische Großbank Barclays hat
mit einem Tauschgeschäft den Weg für die weltgrößte Investmentbank freigemacht.
Barclays nehme das Angebot der US-Investmentbank BlackRock an und
verkaufe ihr ihre Tochter Barclays Global Investors (BGI). Das teilten die
Briten am Dienstagabend in London zwei Tage vor Ablauf eines Ultimatums mit.
Barclays wird im Gegenzug Großaktionär bei der neuen BlackRock Global Investors
mit Sitz in New York. Das Tauschgeschäft ist auch für die 410 BGI-Mitarbeiter
lukrativ: Sie erhalten durch den Deal 380 Millionen Pfund (450 Mio Euro).
Eine Hürde für den Verkauf war zunächst der BGI-Fondsspezialist iShares, der
Bestandteil des BlackRock-Deals ist. Die Briten hatten diese Tochter jedoch an
die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners in einer
Kaufabsicht unter Vorbehalt veräußert. Die Luxemburger sollten eigentlich bis
Donnerstag Zeit bekommen, ihr Angebot nachzubessern. Barclays zahlt den
Luxemburgern nun aber 175 Millionen Dollar (127 Mio Euro) Vertragsstrafe.
BlackRock hatte Barclays 13,5 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro) angeboten.
Die eine Hälfte soll in bar fließen, die andere im Umfang von etwa 19,9 Prozent
der BlackRock-Aktien. Die Barclays-Aktionäre müssen dem Tauschgeschäft noch auf
einer Hauptversammlung im August zustimmen. BlackRock verwaltet dann mehr als
2,8 Billionen Dollar (2 Billionen Euro) Vermögen.
Die BGI-Mitarbeiter hatten zuvor über einen Bonusplan Aktien und
Aktienoptionen an ihrem Unternehmen erhalten. Allein Barclays- Präsident Robert
Diamond bekommt 22 Million Pfund (26 Mio Euro). Er hatte das Geschäft als
“aufregende Möglichkeit” für Barclays und BlackRock Global Investors gepriesen.
Durch das Tauschgeschäft erhält Barclays dringend benötigtes frisches Kapital.
Finanzminister Alistair Darling wollte derweil am Mittwochabend weitere
Regulierungen ankündigen, sollten die Banker die Fehler der Finanzkrise
vergessen. “Ihr Fokus muss langfristige Vermögensbildung sein, nicht
kurzfristige Profite”, sagte der Schatzkanzler in seiner jährlichen
Mansion-House-Rede an die Bankindustrie.
Barclays hatte bisher keine Staatshilfen in Anspruch genommen, anders als
viele Konkurrenten. Bisher nahmen die Royal Bank of Scotland, die Halifax Bank
of Scotland und Lloyds TSB insgesamt 37 Milliarden Pfund (43 Mrd Euro) in
Anspruch./dö/DP/wiz
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