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14:55 | 08.02.2018
Börse Frankfurt-News: Bier und Hochprozentiges bringen Gewinne (Auslandsaktien)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) – Während der heimische Bierkonsum zurückgeht, steigen die Umsätze der Bierbrauer in Emerging Markets. Auch für Anbieter harter Alkoholika ist Asien ein gutes Pflaster.

8. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Um 2,5 % ging der Bierabsatz in Deutschland im vergangenen Jahr zurück, meldete das Statistische Bundesamt vor einigen Tagen. Damit setzten die hiesigen Brauereien 2017 so wenig Bier ab wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die deutsche Bierbranche steckt offenbar in einer Krise. Traditionsreiche Adressen wie Warsteiner müssen sogar Arbeitsplätze abbauen, wie das Sauerländer Familienunternehmen vor kurzem bekannt gab.

Heinekens Asien-Geschäft brummt

Auch das Geschäft der niederländischen Brauerei Heineken in Westeuropa läuft nicht so gut, die Umsätze gingen im dritten Quartal des Geschäftsjahres zurück. Allerdings konnte der Brauereikonzern seinen Gesamtumsatz um 4 Prozent steigern. “Heineken ist auf der Erfolgsspur”, bemerkt Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Das größte Absatzplus sei in Asien erzielt worden. “Asien ist der profitabelste Markt für Heineken, dort sind die Margen am höchsten.” Die Aktie (WKN A0CA0G) konnte sich dem jüngsten Strudel an der Börse nicht entziehen und gab deutlich nach, aktuell kostet sie 85,02 Euro nach über 90 Ende Januar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht aber immer noch ein Plus von 15 Prozent. “Die Zahlen stimmen, die Aktie wird sich wieder erholen”, meint Vorhauser.

Carlsberg: Probleme in Russland

Der Umsatz von Carlsberg ist im vierten Quartal hingegen auf 13,36 Milliarden Kronen gefallen, wie der dänische Brauereikonzern am gestrigen Mittwoch bekannt gab, erwartet worden waren 13,63 Milliarden Kronen. Das Unternehmen rechnet allerdings mit einer Zunahme des operativen Gewinns in diesem Jahr und einer steigenden Dividende. “Das Russland-Geschäft bereitet Probleme”, stellt Roland Stadler von der Baader Bank fest. Dort machten sich die Anstrengungen der Regierung gegen den hohen Alkoholkonsum bemerkbar. Die Aktie liegt heute im Minus, ist in den vergangenen zwölf Monaten aber gut gelaufen: Aktuell kostet sie an der Börse Frankfurt (WKN 861061) 95 Euro, vor einem Jahr waren es 84 Euro.

Rémy Cointreau: Nachfrage aus China zurück

Auch die Hersteller von Hochprozentigerem setzen auf die Schwellenländer. Der französische Spirituosenkonzern Rémy Cointreau, zu dem neben den Marken Rémy Martin und Cointreau unter anderem auch Metaxa und Bruichladdich gehören, konnte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/2018 um 3 Prozent auf 862 Millionen Euro steigern, wie Rémy im Januar meldete, Analysten hatten mit weniger gerechnet. “Das China-Geschäft brummt, dort stieg der Umsatz von Rémy Martin deutlich”, stellt Vorhauser fest.

Rémy Cointreau hatte zuvor, wie die Konkurrenten Diageo und Pernod Ricard, die Antikorruptionskampagne der chinesischen Regierung zu spüren bekommen. “Außerdem trinken die Russen wieder mehr Metaxa.” Schon seit anderthalb Monaten schwächelt die Aktie, auf Sicht von zwölf Monaten kommt sie aber immer noch auf ein Plus von 23 Prozent. “Rémy (WKN 883206) ist aber nicht überbewertet”, meint Vorhauser.

Diageo kommt Steuerreform zugute

Der britische Spirituosen- und Bierkonzern Diageo hat mit seinen Halbjahreszahlen die Analystenerwartungen übertroffen, der Umsatz stieg um 2 Prozent, der operative Gewinn um 6 Prozent, wie der Anbieter von Guinness, Johnnie Walker und Smirnoff Ende Januar mitteilte. “Auch der Ausblick ist positiv”, bemerkt Stadler. “Zudem wird der Konzern von der US-Steuerreform profitieren.” Seit Februar 2017 hat die Aktie in Euro (WKN 851247) aber nur um 5 Prozent zugelegt.

Hoffnungen auf Fußball-WM

Die Bierbrauer hierzulande blicken übrigens optimistisch auf dieses Jahr. Der Grund: die Fußball-WM. Die gilt als großes Biertrinker-Event. So schätzte die Veltins-Brauerei, dass eine gute WM rund eine Million Hektoliter zusätzlichen Absatz bringen kann – ein gutes Prozent der gesamten Absatzmenge.

von: Anna-Maria Borse
8. Februar 2018, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


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