AGENTURMELDUNGEN

15:34 | 05.11.2008
Börse Frankfurt-News: “Emotionale Kurzrallye” (Technischer Marktbericht)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) – 5. November 2008. Das Wahlergebnis in den
USA hat deutsche Standardaktien vor der erwarteten Korrektur bewahrt. Für
Händler wie Analysten sind die derzeitigen Kursgewinne kurzfristiger Natur.
Bemerkenswert viele Anleger äußern sich ebenfalls pessimistisch und sind auf die
Short-Seite gewechselt.

Indifferent zeigen sich heute die überwiegend professionellen Investoren im
Handel mit den großen Indexfonds auf DAX und DJ Euro Stoxx 50. Wie die Market
Maker berichten, wird der Index-Tracker auf europäische Aktien (WKN 593395) eher
gekauft und das Pendant auf die deutschen Bluechips bei vergleichsweise
moderaten Umsätzen (WKN 593393) überwiegend verkauft. Bemerkenswert sei dagegen
die Nachfrage nach dem ETF auf den marktbreiten DJ Euro Stoxx (WKN A0D8Q0).

Als eine “emotionale Kurzrallye”, ausgelöst durch die US-Wahlen bezeichnet ein
Börsenhändler die derzeitige Marktsituation. In der vergangenen Woche hätten
sich die Kurse extrem positiv entwickelt, Montag seien sie bereits seitwärts
gelaufen, jetzt warte eigentlich jeder auf eine Konsolidierung. “Am
Dienstagnachmittag ist der DAX von den Solarwerten erstmal nach oben getrieben
worden, als sich in den USA der Wahlsieg Obamas abgezeichnet hat.”

Ähnlich zurückhaltend ist Achim Matzke, Leiter der technischen Analyse bei der
Commerzbank. “Nach der beschleunigten Baisse im Oktober mit Tiefs bis 4.000
Punkte sehen wir jetzt eine Erholung.” Auslöser seien vor allem die monetären
Impulse des wirtschaftspolitischen Krisenmanagements. “Wir erwarten, dass die
EZB in dieser Woche nachzieht und die ZInsfantasie am köcheln bleibt.” Aber man
sollte nicht vergessen, dass der DAX bereits von 4.000 auf 5.200 Punkte
gestiegen sei und dürfe deshalb nicht zuviel erwarten. “Es ergibt sich ein
selektives Bild für die unterschiedlichen Sektoren, je nachdem, wie die
Berichtsaison weiter verläuft”, schließt Matzke. ArcelorMittal beispielsweise
hat heute mit schlechten Zahlen die Aktie knapp 20 Prozent nach unten gedrückt
und die Stahlbranche mitgezogen.

Martin Siegert von der LBBW sieht nach dem gestrigen Bruch der Unterstützung bei
5.100 Punkten ein kurzfristiges Kursziel im Bereich der 5.680er Zone mit
Zwischenzielen
bei 5.398/5.4008. Sollte der DAX an letzterer Marke scheitern, sei mit einem
Rücksetzer zu rechnen.

Starker Anzug des Pessimismus bei Investoren

Die von der Börse Frankfurt befragten 300 aktiven Anleger sind angesichts der
jüngsten Kursgewinne nicht optimistischer gestimmt. Im Gegenteil, ganze 19
Prozent haben sich von ihren Long-Engagements in DAX-Aktien getrennt. Und
immerhin 16 Prozent sind direkt short gegangenen. Die vollständige Analyse
dieses Ergebnisses der heutigen Erhebung lesen Sie nachbörslich auf
www.boerse-frankfurt.de/sentiment.

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5. November 2008 / Edda Vogt

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die
Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder
anderen Vermögenswerten.)


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