16:08 | 28.09.2010
Börse Frankfurt-News: Klassenziel bei deutschen Aktien erreicht? (Fonds)
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) – 28. September 2010. Bei deutschen Fonds
steht die Frage nach der Bewegungsfreiheit des DAX ganz oben auf der Liste. Bei
Asien gibt es keine eindeutige Richtung. In diesem Szenario fokussiert sich der
Fondsmanager von M&G Global Basics Fund auf weniger zyklische Branchen.
Die Verlängerung der diesjährigen Seitwärtsphase an den Aktienmärkten großer
Industrienationen sorgt auch im Handel mit aktiv verwalteten Fonds für eher
gemischte Gefühle. Deutsche und europäische Werte, aber auch asiatische Titel
befinden sich bei der Baader Bank eher auf der Abgabenseite. In Deutschland
fehle es an genug Schmackes, um dem DAX über die charttechnisch wichtige Marke
von 6.341 zu helfen. Speziell der hiesige Aktienmarkt, glaubt Ivo Orlemann von
ICF Kursmakler, habe eigentlich sein Klassenziel für dieses Jahr bereits
erreicht. Deshalb rechneten viele Anleger trotz einiger positiver
Wirtschaftsmeldungen nicht mit einer großen Rallye im vierten Quartal. Bei
Fonds, die außerhalb Europas investiert sind, spricht Orlemann aber von einem
deutlichen Nachfrageüberhang. Als willkommene Beimischung zum Portfolio dienten
etwa Werte, die in Indonesien oder Indien investiert sind.
Hat der DAX Luft nach oben?
Dies sei wohl die Gretchenfrage für die noch verbleibenden drei Monate in diesem
Jahr. Und weil die Antwort noch ausstehe, verschafften sich viele Anleger erst
einmal wieder Liquidität. “Passend zur aktuellen Marktbewegung in Deutschland
und Europa sehen wir querbeet überwiegend Abgaben”, erklärt Dirk Schröder von
der Baader Bank. Fondsanleger trennten sich beispielsweise von dem cominvest
Fondak P (WKN 847101), der in deutsche Standardwerte investiert. Eher veräußert
wird auch der europäisch orientierte FAST Europe Fund (WKN A0JDV9), der mit
Unternehmensanteilen aus dem Euro Stoxx 50 bestückt ist. Fonds mit Smallcaps,
also mittelständischen Unternehmen, blieben nicht verschont. Tendenziell
verkauft werde etwa der JPMorgan Europe Small Cap (WKN 973679), gekauft dagegen
der europäische Aktienfonds C-Quadrat Springer European Plus, der nach eigenem
Ermessen in europäische Unternehmen jeder Größe investiert.
Von Volatilität profitieren
In Seitwärtsphasen zeigt sich die Stärke eines Fonds, der von Schwankungen im
Markt profitiert. Nach den jüngsten Gewinnmitnahmen sehen Anlegeroffensichtlich
wieder erhöhtes Potenzial in der Volatilität und legen sich den Amundi Funds
Volatility (WKN A0ML43) ins Depot. “Deshalb sind wir auf die Schwankungsbreite
der großen Indizes in der kommenden Periode sehr gespannt”, erklärt Schröder. In
den nächsten Tagen wisse man mehr.
Gegenüber Asien unentschieden
Soll ich oder soll ich nicht weiter in Asien investieren? So lautet vielleicht
die Frage, die sich Fondsanleger mit Interesse an dem fernen Kontinent
gegenwärtig stellen. Die Antwort ist in jedem Fall uneinheitlich. “Anleger
scheinen unbeeindruckt von der relativ guten Performance des Hongkonger
Leitindex Hang Seng”, beobachtet Schröder. Denn Fondsinvestoren trennten sich
beispielsweise von Anteilen an Portfolios wie Nestor Fernost Fonds (WKN 972880)
und Templeton China Fund (WKN A0B9J7). Beide berücksichtigen Unternehmen aus
Asien ohne Japan, legen ihren Schwerpunkt aber auf China.
Von einer erfreulichen Nachfrage dagegen berichtet Schröder bei Aberdeen
Global-Asia Pacific Equity (WKN 972857). Der Fonds, der zu den beliebtesten der
Woche gehört, investiert primär in Aktien, die an asiatisch-pazifischen Börsen
notiert werden. Einen Nachfrageüberhang registriert die Baader Bank auch beim
SSgA Emerging Asia Alpha Equity Fund (WKN 974472), der große asiatische
Unternehmen in seinem Anlagehorizont hat. Orlemann beobachtet zudem gestiegenes
Interesse an Indonesien, aber wohl eher als Beimischung vermutet der Händler.
Auf der Einkaufsliste stehe zudem der Fidelity Funds – Indonesia Fund (WKN
974129). Er fokussiert sich auf indonesische Standardwerte.
Weniger zyklisch investieren
Es sei schwer, optimistisch zu sein, angesichts der großen konjunkturellen
Probleme in den USA, der Schuldenkrise in Europa und der schlecht
einzuschätzenden politischen Entscheidungen, die auf die Entwicklungen der
Unternehmensergebnisse Einfluss nähmen. So äußert sich der Fondmanager des M&G
Global Basics Fund (WKN 797735), einem Fonds der weltweit von Strukturmaßnahmen
profitieren möchte. Das Bruttoinlandsprodukt der USA wäre im zweiten Quartal
unter den Erwartungen zurück geblieben und die aktuellen Hausverkaufszahlen wie
auch die Arbeitsmarktdaten enttäuschten ebenfalls. “In unserem Portfolio finden
sich derzeit weniger zyklische Branchen wie das Gesundheitswesen und die
Telekommunikationsindustrie”, erklärt Graham French. Essen müssten die Menschen
immer. “Deshalb empfiehlt sich ein Engagement in Unternehmen aus der
Lebensmittelbranche mit hohem Cashflow”, glaubt der Fonds Manager.
“Wie alle aktiv verwalteten Fonds schauen wir uns einzelne Unternehmen sehr
genau an, bevor wir uns engagieren”, berichtet French. “Deshalb befinden sich
Werte wie malaysische Bank AMMB Holdings, der in Singapur ansässige
diversifizierte Getränke- und Immobilienkonzern Fraser & Neave und der
australische Hersteller von Latexerzeugnissen Ansell im Portfolio.” Sie
verdienten alle zurzeit überdurchschnittlich viel Geld. “Mit Aktien des
britischen Edelmetallproduzenten Hochschild Mining und dem kanadischen
Goldunternehmen Anatolia Minerals Development profitieren wir auch von der
eindrucksvollen Steigerung des Goldkurses.”
Als globaler Aktienfonds investiert der M&G Global Basics Fund nach eigenen
Angaben bevorzugt in Unternehmen, denen Strukturthemen wie beispielsweise
steigende Einkommen in den Schwellenländern bei ihrer Entwicklung nutzen. Dabei
werden Firmen berücksichtigt, die an der Gewinnung von Rohstoffen beteiligt sind
und Produktionsunternehmen, die die Rohstoffe zu Produkten verarbeiten. Aber
auch Konzerne aus dem Dienstleistungssektor werden beobachtet.
Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden.
Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter oder schicken Sie
uns eine Email an redaktion@deutsche-boerse.com.
© 28. September 2010/Iris Merker
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die
Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder
anderen Vermögenswerten.)
|