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Börse Frankfurt-News: Zertifikate-Trends: Versorgeraktien unter Druck
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) – 10. September. Antizyklisch handelnde
Anleger nehmen ihre Gewinne in Produkten mit, die von fallenden Kursen
profitieren. Sie erwarten eine kurzfristige Erholung der großen Aktienindizes.
Im Zertifikatehandel interessieren sich Investoren für Versicherungsaktien.
Die anziehende Volatilität in den internationalen Leitindizes lässt die Umsätze
im Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten an der Börse Frankfurt steigen.
“Der überaus positive Wochenstart an den US-Börsen hat die Verluste der
vergangenen Woche nicht ausgleichen können, die Verunsicherung vor allem der
kurzfristig orientierten Investoren aber stark befördert. Die hohen Schwankungen
sind ein ideales Umfeld für klassische Optionsscheine, was der steigende Umsatz
bestätigt”, berichten die verantwortlichen Händler der Baader Bank.
Professionelle Investoren hätten ihre pessimistische Meinung unter dem Eindruck
der Gegenbewegung vom Montag hingegen nicht geändert und hielten an ihren
Positionen fest. Die meist gehandelten Index-Zertifikate auf den DAX® (WKNs
709335 und 702979) werden überwiegend verkauft. Bei Optionsscheinen setzt die
Mehrheit der Anleger auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung des deutschen
Bluechip-Index. Gesucht wird ein Put (WKN DR1PP9) sowie ein bearisher
Knock-out-Schein (WKN AA081Q) auf den DAX. Abgegeben werden Calls (WKNs CG61WH+
GS0UG1) und ein bullischer Knock-out Schein (WKN CG4628).
Versorgeraktien kommen unter die Räder
Die derzeit schwache Entwicklung der deutschen Versorgeraktien gegenüber dem
Gesamtmarkt nutzen einige Investoren zur Neupositionierung. Roger Peeters,
Chefstratege bei Close Brothers Seydler Research sieht in der Schwächephase
keine Umkehr des langfristigen Aufwärtstrends. “E.ON und RWE sind auf Sicht der
vergangenen zwölf Monate wesentlich besser gelaufen als der DAX. Gewinnmitnahmen
in einer von hoher Unsicherheit geprägten Börsenphase sind deshalb nicht
ungewöhnlich. Fallende Rohstoffpreise und der Zwang von institutionellen
Investoren, vor dem Hintergrund der Finanzkrise besonders werthaltige Positionen
aufzulösen, verstärken die aktuelle Abwärtsbewegung des gesamten
Energiesektors.” Mittel- bis langfristig sei der Sektor weiterhin attraktiv.
“Zwei wesentliche Belastungsfaktoren, mit denen andere Branchen momentan
besonders stark zu kämpfen haben, betreffen die Versorger kaum. Weder die
Finanzkrise noch die Konjunkturabkühlung reduzieren die Gewinnerwartungen dieser
Unternehmen wesentlich. Diese Aspekte sprechen für eine weitere Outperformance
von Versorgeraktien in den nächsten zwölf Monaten gegenüber den
Standardwerte-Indizes”, zeigt sich Peeters zuversichtlich. Anleger scheinen
diese Meinung zu teilen. Sie legen sich ein gekapptes Bonus-Zertifikat auf die
RWE (WKN AA0G9E) in ihr Depot. Der Sicherheitslevel des Zertifikats, das noch
bis Mitte Dezember 2008 läuft, liegt bei 56 Euro. Andere Investoren kaufen ein
noch bis Mitte Juni 2009 laufendes gekapptes Bonus-Zertifikat auf die E.ON (WKN
DB1EZB). Der Sicherheitslevel dieses Produkts liegt bei 28,33 Euro.
Discounter auf Indizes sehr gefragt
Hohe Nachfrage bei Discount-Zertifikaten, die an große Indizes wie den DAX oder
den DJ Euro Stoxx 50 gekoppelt sind, beobachtet der zuständige Händler von der
Baader Bank. “Anleger, die davon ausgehen, dass der DAX auf mittlere Sicht
weiter starken Schwankungen unterliegt und damit eine hohe Volatilität aufweist,
bevorzugen Discount-Zertifikate mit Laufzeiten zwischen sechs und 15 Monaten.
Die Abstände zum aktuellen Indexstand sind zum Teil sehr unterschiedlich.”
Gesucht werden Discount-Zertifikate auf den DAX (WKNs BN4YDU+TB8WPP) mit Caps
bei 8.400 und 6.000 Punkten und einer Laufzeit bis Ende 2009 bzw. Ende 2008.
Beim DJ Euro Stoxx 50 werden Discounter nachgefragt (WKNs DB1TCT+CB5EWA), die
mit Caps bei 3.000 Punkten und Laufzeiten zwischen November 2008 und Juni 2009
ausgestattet sind.
Reverse Bonus-Zertifikate werden gerne genommen
Defensiv eingestellte Investoren legen sich Zertifikate, die auf einen fallenden
DAX setzen, in ihr Depot. Gefragt sind reverse Bonus-Zertifikate (WKNs DB0HZR
und DB4BYF) mit Sicherheitslevels bei 8.800 bzw. 9.000 Punkten und Laufzeiten
zwischen ein und zwei Jahren.
Starker Kursverfall bei Thyssen zieht Investoren an
Ein Kursrutsch um mehr als 15 Prozent in den vergangenen fünf Handelstagen reizt
kurzfristig orientierte Anleger heute zum Kauf eines bullischen
Knock-out-Scheins auf die Aktie von ThyssenKrupp (WKN CM8451). “Der Kursrutsch
wurde von einer negativen Studie einer Investmentbank ausgelöst, die die
Gewinnaussichten der Stahlbranche aufgrund der weltweiten Konjunkturabschwächung
erheblich eingetrübt sieht. Aus technischer Sicht folgt einer solchen
übertriebenen Abwärtsbewegung häufig eine kleine Erholung. Erfahrene Anleger
haben sich deshalb in einem entsprechenden Optionsschein positioniert,” erklärt
der zuständige Händler. Mittelfristig orientierte Investoren kaufen ein
gekapptes Bonus-Zertifikat (WKN DB0TSS), das mit einem Sicherheitslevel bei 27
Euro und einer Laufzeit bis Mitte Dezember 2008 ausgestattet ist.
© 10. September 2008/Andreas Wolf
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die
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