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15:25 | 17.09.2010
Börse Stuttgart-News: bonds weekly

STUTTGART (BOERSE-STUTTGART AG) – Bonds Weekly KW 37-2010

Bund-Future: Gefangen in der Seitwärtsbewegung
ZEW-Index rutscht unter die Null-Linie

Nach den starken Kursbewegungen der Vorwochen, blieben in der vergangen Woche
die ganz großen Impulse aus. Der Bund-Future machte keine Anstalten den
Seitwärtstrend verlassen zu wollen.

Während die Aktienmärkte einen starken Wochenstart zu verzeichnen hatten,
verlief der Rentenhandel zu Wochenbeginn in ruhigen Bahnen. Der
Wirtschaftsdatenkalender war leer und somit waren Impulse von außen nicht zu
erwarten. Folgerichtig schloss der Bund-Future nahezu unverändert mit einem
Minus von 13 Basispunkten bei 129,92 Zählern. Die Rendite der 30-jährigen
Bundesanleihe lag erstmals seit einem knappen Monat wieder über drei Prozent.

Bereits am Dienstag konnte das Anleihenbarometer verlorenes Terrain –
vorübergehend – zurückerobern. Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartung in
Deutschland lag mit einem Wert unter der markanten Null-Linie deutlich unter den
Erwartungen von Experten. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang die zunehmende
Divergenz zwischen den Erwartungen von Unternehmen (ifo-Index), sowie den
Erwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern durch den Index des
Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW-Index). Die
Unternehmer scheinen die Wirtschaftslage mit deutliche mehr Optimismus zu
beurteilen, als dies bei den Analysten der Fall ist. Die Industrieproduktion
innerhalb der EU konnte im Juli nicht weiter zulegen und verharrt weiterhin auf
relativ hohem Niveau. Im August nahmen die Einzelhandelsumsätze in den USA etwas
stärker als erwartet zu. Doch auch das Plus von 0,4 Prozent lag weitestgehend im
Bereich der Erwartungen. Der Bund-Future verabschiedete sich am Dienstag mit
einem satten Plus von 59 Zählern in den Feierabend.

Zur Wochenmitte ging es für den Bund-Future gleich wieder nach unten. Zum
Handelsschluss notierte das Anleihenbarometer bei 130,11 Zählern, was letztlich
ein Minus von 40 Basispunkten bedeutete. „Ein klarer Auslöser war dabei kaum zu
erkennen“, wie auch die Analysten der WGZ-Bank konstatierten. Zahlreiche
Wirtschaftsdaten fanden am Mittwoch zwar Einzug in den Handel, doch konnte keine
dieser Zahlen nachhaltige Wirkung entfalten. Bemerkenswert ist in diesem
Zusammenhang lediglich, dass die Industrieproduktion in den USA auch im August
nochmals um 0,2 Prozent zulegen konnte. Der Durchschnitt der Monate Juli und
August, liegt somit bereits 1,1 Prozentpunkte über dem Niveau des zweiten
Quartals dieses Jahres. Nachdem die US-Wirtschaft in den vergangenen Wochen
häufig durch Negativschlagzeilen auffiel, werden derartige Nachrichten mit
Wohlwollen von den Marktteilnehmern aufgenommen. Ein kleiner Wermutstropfen war
jedoch die Auktion neuer 12-Monatspapiere durch Portugal. Mit 3,37 Prozent
mussten die Südeuropäer einen deutlich höheren Zinsaufschlag hinnehmen als noch
zu Monatsbeginn (2,76 Prozent).

Bereits am Vormittag zeigte sich, dass es kein leichter Handelstag für den
Bund-Future werden würde. Gleich zwei charttechnische Widerstände, bei 129,84
Zählern und später auch bei 129,53 Zählern, wurden noch vor 12:00 Uhr
durchbrochen. Zwar konnte sich das Anleihenbarometer noch mal kurzfristig
konsolidieren, rutschte dann allerdings zum späten Handel nochmals ab.
Wirtschaftsdaten kamen am Donnerstag vor allem aus den USA. So lag
beispielsweise der Philadelphia Fed-Index nur leicht unter den Erwartungen. Die
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA lagen mit 450.000 ebenfalls im
Bereich der Prognosen von Analysten. Beide Meldungen konnten keinen nachhaltigen
Einfluss auf das Anleihenbarometer ausüben.

Zum Wochenausklang konnte der Bund-Future wieder etwas zulegen und notierte um
die Mittagszeit knapp unter der runden Marke von 130 Punkten.

Anlegertrends: Dürr Anleihe noch beliebter als „warme Semmeln“
„Wir hätten die komplette Emission auch nur mit Privatkunden bestreiten können,
so groß war hier die Nachfrage“, kommentiert Sabine Traub, Leiterin Rentenhandel
an der Börse Stuttgart den Zeichnungsstart der Dürr Anleihe von Montag. „Zwar
hatten wir mit einem Erfolg gerechnet, doch dass die Anleihe bereits zwei
Stunden nach Handelsstart bereits dreifach überzeichnet war, kam auch für uns
überraschend“, so die Rentenexpertin. Die privatanlegerfreundliche Stückelung
von 1.000 Euro nominal, sowie ein Kupon von 7,25 Prozent schienen für viele
Anleger einfach zu verlockend. Bereits zum Handelsstart um 9.00 Uhr hätte die
Zeichnung geschlossen werden können, so groß war die Nachfrage. Da aber auch
Privatanleger, welche nicht schon am frühen Morgen ihre Zeichnung platzierten,
zum Zuge kommen sollten, war die Zeichnung bis um 11:00 Uhr offen.
Im Medienecho um die Dürr-Anleihe etwas untergegangen ist die Emission der
Schuldverschreibung von KTG-Agrar. Doch von den Medien vergessen, heißt nicht
gleichzeitig von den Anlegern vergessen: „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem
Start. Alles in allem liegt eine richtig gute Woche hinter uns“, so Sabine
Traub.

Mittlerweile scheint auch im Anleihenhandel der Sommer endgültig vorbei zu sein.
Nach einem kleinen Sommerloch, wagen sich die Emittenten wieder auf das Parkett.
Zahlreiche Neuemissionen sind die Folge.

In dieser Woche wurden gleich fünf Bankentitel neu in den Stuttgarter
Anleihenhandel aufgenommen:

Bereits am Dienstag wurde die Anleihe der BNP Paribas neu emittiert (WKN:
BN3E2P). Das Papier wird fällig zum 16. September 2016 und besitzt einen festen
Kupon von 2,625 Prozent. Die Mindeststückelung liegt bei
privatanlegerfreundlichen 1.000 Euro nominal.
Am Mittwoch startete das Papier der Société Générale mit einer Laufzeit von
sieben Jahren (WKN: A1A08J). Die Anleihe verfügt über einen festen Kupon von
3,125 Prozent, bei einer Mindeststückelung von 50.000 Euro nominal.
Ebenfalls zur Wochenmitte wurde in Stuttgart eine 5-jährige Anleihe der
britischen Lloyds Bank emittiert (WKN: A1A0UK). Die Mindeststückelung beträgt
50.000 Euro nominal, mit einem festen Kupon von 3,75 Prozent.
Am Donnerstag folgten mit der ING Bank (WKN: A1A1BJ) und der KfW Bankengruppe
(WKN: A1DAMM) die beiden nächsten Bankentitel. Die Schuldverschreibung der
Niederländer wird, bei einer Mindeststückelung von 50.000 Euro nominal, zum 23.
September 2013 fällig. Die KfW hingegen setzt auf eine Mindeststückelung von
1.000 Euro nominal und eine Laufzeit von sieben Jahren. Der feste Kupon beträgt
bei beiden Papieren feste 2,25 Prozent.

Doch auch abseits vom Finanzsektor gab es in dieser Woche neue
Anleihenemittenten:

Am Montag startete eine 5-jährige Anleihe der LeasePlan Corporation (WKN:
A1A01E). Das niederländische Unternehmen ist eine markenunabhängige Gesellschaft
für Fuhrparkmanagement und gehört vor allem im Bereich Full-Service-Leasing für
Unternehmensfuhrparks zu den Marktführern. Das Papier hat einen festen Kupon von
3,875 Prozent bei einer Mindeststückelung von 50.000 Euro nominal.
Last but not least emittierte die finnische Regierung eine neue
Schuldverschreibung mit einem festen Kupon von 1,75 Prozent (WKN: A1A1BH). Das
Papier wird zum 15. April 2016 fällig und verfügt über eine Mindeststückelung
von 1.000 Euro nominal.

Börse Stuttgart TV – Interview hier abrufbar:

Mehr zur Zeichnung der Dürr-Anleihe von vergangenem Montag erfahren Sie bei
Börse Stuttgart TV. Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels, blickt im Gespräch
mit Andreas Franik, auf den turbulenten Wochenstart zurück. Wie erfolgte die
Zuteilung? Warum war der Erfolg so groß? Gibt es weitere interessante Anleihen
im Stuttgarter Segment Bondm?

https://www.boerse-stuttgart.de/de/aktuelles/boersestuttgarttv
/boersestuttgarttv.html?vid=4306

Quelle: boerse-stuttgart
AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein boerse-stuttgart AG verantwortlich. Die
Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder
anderen Vermögenswerten.)


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