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20:16 | 03.02.2012
Bouffier mahnt zu friedlichen Protesten am Flughafen

FRANKFURT/DARMSTADT (dpa-AFX) – Vor der Anti-Fluglärm-Demonstration am
Samstag am Frankfurter Flughafen hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier
(CDU) friedliche Proteste angemahnt. “Wenn die Sicherheit der Passagiere und
Gäste oder die Funktionstüchtigkeit des Flughafens gefährdet werden, dann kann
man so etwas nicht mehr machen”, sagte er dem “Darmstädter Echo” (Samstag). “Ich
denke aber, dass die Demonstranten aus eigenem Interesse klug genug sind, ihr
Anliegen nicht dadurch zu beschädigen, indem sie ihre Aktionen überziehen. Ich
kann hier nur an die Vernunft aller Beteiligten appellieren.” Zu dem Protest
werden rund 10.000 Demonstranten erwartet.

Bouffier meinte weiter: “Eines ist klar: Eine gewalttätige
Auseinandersetzung darf es in einem zivilisierten Staat nicht geben.” Er
begrüßte, dass die Lärm-Gegner am Flughafen ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen
dürfen: “Dass eine Aktiengesellschaft wie die Fraport Demonstrationen
auf ihrem eigenen Gelände erlaubt, dürfte auf der Welt ziemlich einmalig sein.
Dies ist eine Form des Umgangs miteinander, die ich ausdrücklich begrüße.”

Der Regierungschef kündigte für Februar Schritte zur Begrenzung des
Fluglärms im Rhein-Main-Gebiet an: “Wir arbeiten mit einem Bündel von Maßnahmen,
die wir in drei Wochen fertig haben wollen, den Lärm schrittweise zu mindern. In
der Nacht und am Tag. Wir wollen und müssen mit dem Lärm runter.” Dabei gehe es
unter anderem um veränderte Anflug- und Startverfahren sowie um Hilfen zur
Schallschutz-Dämmung. Bouffier meinte zu den passiven Schallschutz-Maßnahmen:
“Fraport ist hier am Zug. Aber auch wir als Land werden uns engagieren, und ich
glaube, dass die Stadt Frankfurt mitwirken sollte. Die Gespräche laufen noch.”

Bouffier betonte, dass die angepeilte Zahl von rund 700.000 Flugbewegungen
nur zu vertreten sei, wenn die Lärmbelastung nicht weiter zunehme: “Eine
Steigerung der Flugbewegungen kann nur in Relation zur Belastung gesehen werden.
Das kann bedeuten, dass die für 2020 geplante Zahl der Flugbewegungen erst 2025
oder 2030 erreicht wird, wenn die einzelnen Flugbewegungen erst dann deutlich
leiser sind. Wenn man bei der Frage der Lärmbelastung nicht entschieden
vorankommt, sind eben mehr Starts und Landungen nicht verkraftbar.”/jba/DP/he


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