AGENTURMELDUNGEN

15:22 | 07.03.2010
China warnt vor Risiken für globale Erholung

PEKING (dpa-AFX) – China warnt vor Ungewissheiten für die Erholung der
Weltwirtschaft. Der neue Exportweltmeister rechnet frühestens in zwei bis drei
Jahren mit einer Rückkehr seiner Ausfuhren auf das Niveau zum Beginn der Krise.
Vorerst will China den Wert des Yuan nicht steigen lassen, deutet aber eine
Abkehr von der festen Wechselkurspolitik in der Zukunft an. Auf einer
Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking
äußerten sich die obersten chinesischen Wirtschaftslenker am Samstag skeptisch
über den wirtschaftlichen Aufschwung in China und dem Rest der Welt. China will
weiter den inländischen Konsum ankurbeln, um seine Exportabhängigkeit zu
verringern und die Wirtschaft zu beleben.

Im Streit mit den USA und der EU über Chinas unterbewertete Währung räumte
Zentralbankchef Zhou Xiaochuan ein, seit Beginn der Finanzkrise den Wechselkurs
anders verwaltet zu haben. China werde sich “früher oder später” vor der
speziellen Währungs- und Geldpolitik als Reaktion auf die Krise wegbewegen. Der
Zeitpunkt für den Rückzug von der Stimulus-Politik müsse aber “mit großer
Vorsicht” gewählt werden. China lehne eine Politisierung der Wechselkursfrage
ab, sagte der Zentralbankchef auf den Druck der USA und der EU, die China
vorwerfen, mit dem unterbewerteten Yuan seine Exporte künstlich zu verbilligen
und sich so Handelsvorteile zu verschaffen.

‘DIE ERHOLUNG HAT SICH NOCH NICHT AUSREICHEND DURCHGESETZT’

“Die Erholung hat sich noch nicht ausreichend durchgesetzt”, warnte der
Zentralbankchef. “Es gibt auf dem Weg noch viele Unwägbarkeiten.” Nach dem
Rückgang der Ausfuhren im vergangenen Jahr um 16 Prozent ist es aus Sicht von
Handelsminister Chen Deming auch noch zu früh, für dieses Jahr wieder einen
Anstieg vorherzusagen. “Auch wenn Chinas Ausfuhren seit Anfang des Jahres wieder
Bewegung zeigen, wird es zwei oder drei Jahre dauern, um wieder das Niveau von
2008 zu erreichen, weil Ungewissheiten in der globalen Erholung bleiben.” 90
Millionen Chinesen hingen an der Exportwirtschaft.

Finanzminister Xie Xuren versicherte, China wolle mehr einführen und ein
Gleichgewicht zwischen Import und Export erreichen. Die Entwicklung der
heimischen Nachfrage habe “enormes Potenzial”. China hat die Wirtschaftskrise
vergleichsweise gut bewältigt und 2009 sogar 8,7 Prozent Wachstum erreicht. In
diesem Jahr wird ein Wachstum von acht Prozent angestrebt, doch rechnen Experten
dank massiver Staatsausgaben und Kreditvergabe sogar mit einem größeren Anstieg.
Zentralbankchef Zhou Xiaochuan bekräftigte, die “angemessen lockere Geldpolitik”
fortsetzen, gleichzeitig aber aufmerksam die Inflation beobachten zu wollen. Die
Kontrolle der Preisentwicklung werde in diesem Jahr aber sehr schwierig
werden./lw/DP/he


Weitere Meldungen
28.08.2011 DJ Lagarde: Risiken für globale Konjunkturentwicklung steigen
19.03.2009 ROUNDUP: Issing-Kommission wirbt für globale Kontrolle systemischer Risiken
19.03.2009 Issing-Kommission wirbt für globale Kontrolle systemischer Risiken

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

11:28 Uhr | 23.05.2012
Volle Auftragsbücher stimmen ...


11:25 Uhr | 23.05.2012
EZB richtet offenbar ...


11:01 Uhr | 23.05.2012
Microsoft will deutsche Städte ...


10:42 Uhr | 23.05.2012
Experten erwarten rund 100.000 ...


08:36 Uhr | 23.05.2012
Grönemeyer: "Opel-Werk Bochum ...