10:57 | 20.04.2009
Deutsche Elektroindustrie wird pessimistischer – Aufträge bleiben weg
HANNOVER (dpa-AFX) – Die deutsche Elektronindustrie wird angesichts der
Heftigkeit der weltweiten Wirtschaftskrise pessimistischer. “Wir erwarten für
dieses Jahr inzwischen, nachdem wir zunächst mit einem Umsatzrückgang in Höhe
von 3 bis 4 Prozent gerechnet hatten, dass der Rückgang noch deutlicher
ausfällt”, sagte der Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und
Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh, am Montag in Hannover.
“Wahrscheinlich ist ein Minus um die 10 Prozent.” Im vergangenen Jahr hatte die
hereingebrochene Flaute den Umsatz bereits bei 182 Milliarden Euro stagnieren
lassen.
“Wir alle hoffen, dass sich in der zweiten Jahreshälfte beziehungsweise
Anfang 2010 die Lage allgemein bessert”, sagte Loh. Sobald der Aufschwung komme,
werde die Elektroindustrie eine der ersten Brachen sein, bei der es wieder
aufwärts gehe. Als Grund führte er die breite Aufstellung und die weiterhin
hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben an.
Doch noch sieht es düster aus: Im Januar und Februar brachen die Aufträge um
insgesamt 37 Prozent ein, der Umsatz ging um 29 Prozent zurück. Besonders hart
hat es nach Angaben des ZVEI die Automobilzulieferer getroffen sowie die
Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnik. Die beiden letztgenannten
Branchen galten bislang noch als vergleichsweise stabil. Die
Medizintechnik-Hersteller konnten dagegen zu Jahresbeginn noch zulegen./das/wiz
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