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14:33 | 08.03.2018
DEUTSCHE POST IM FOKUS: Zwischen Online-Boom und ambitionierten Zielen

FRANKFURT (dpa-AFX) – Wie geht es weiter bei der Deutschen Post? Die wichtigsten Punkte für das Unternehmen, was die Experten sagen und wie es für die Aktie läuft:

DAS IST LOS BEI DER DEUTSCHEN POST

Der stark wachsende Online-Handel in Deutschland und Europa treibt das Paketgeschäft der Deutschen Post an und lässt den Konzern die rückläufigen Briefmengen verschmerzen. Außerdem boomt die Sparte DHL Express, die Eillieferungen weltweit anbietet.

Zudem scheinen der Umbau der gebeutelten Frachtsparte und die Verbesserungen in der Lieferkettenlogistik in diesen Bereichen eine Trendwende einzuleiten. Konzernweit rechnet der seit 2008 amtierende Post-Chef Frank Appel nach dem jüngsten Gewinnanstieg für 2018 mit einem operativen Gewinn (Ebit) von 4,15 Milliarden Euro.

Bis zum Jahr 2020 soll das Ebit auf mehr als 5 Milliarden steigen. Experten halten das für schwer erreichbar. Appel nannte sein Ziel zwar ambitioniert, aber realistisch. Er verwies dabei auf den stark wachsenden Online-Handel.

Gar keinen Gefallen findet Appel an dem Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. “Die psychologische Wirkung ist ganz dramatisch, so dass sich die ökonomische Entwicklung abkühlen könnte.” Strafzölle könnten Konsumenten so sehr verunsichern, dass sich ihr Einkaufsverhalten ändern würde. “Es wäre verheerend, wenn jetzt Europa mit dem amerikanischen Land in Handelskriege gehen würde.” Die Deutsche Post ist durch die Übernahme der US-Firma DHL im Jahr 2002 auch in Nordamerika stark präsent. Von Strafzöllen würde sie nur indirekt getroffen, wenn sich die Warenströme über die US-Grenzen hinweg veränderten, sagte Appel.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN

Die von dpa-AFX erfassten Experten sind positiv gestimmt. So empfehlen 16 der 24 erfassten Analysten das Papier zum Kauf. Das Kursziel liegt mit 42 Euro auch deutlich über dem aktuellen Niveau. Zu den Optimisten zählt nach der Vorlage der Zahlen Mainfirst-Experte Tobias Sittig. Er erhöhte sein Kursziel für die Aktie nach den Zahlen von 37,50 Euro auf 40 Euro und änderte die Einstufung auf “Outperform”. Nachdem der Markt den eher trüben Ausblick auf das laufende Jahr verdaut hat, dürfte sich jetzt der Blick wieder stärker auf die mittel- und langfristig positiven Faktoren richten, sagt Sittig.

So dürften sich der anhaltende Boom im Online-Handel und die erzielten Preiserhöhungen im Briefgeschäft weiter positiv auswirken. Zudem sollten die Investitionen endlich ihren Höhepunkt erreicht haben, so dass sich der Kapitalzufluss aus dem laufenden Geschäft verbessern dürfte. Insgesamt gab es nach den Zahlen seitens der Analysten kaum Änderungen bei ihren Kurszielen oder Einstufungen – so gab es neben der Mainfirst-Umstufung nur zwei kleinere Kurskorrekturen. Ansonsten bestätigten viele Häuser wie Berenberg, Deutsche Bank, Goldman Sachs, RBC oder Warburg ihre Kauf-Empfehlungen.

DAS IST DIE KURSENTWICKLUNG

Die Aktie der Deutschen Post befand sich bis Anfang des Jahres auf einem Höhenflug, der jedoch in den vergangenen Wochen gestoppt wurde. Seit dem kurz vor Weihnachten erreichten Rekordhoch von 41,36 Euro ging es bis vor der Zahlenvorlage am Mittwoch um rund 13 Prozent nach unten. Seitdem konnte sich die Aktie wieder um rund zwei Prozent erholen. Mit Kursen von rund 37,50 Euro ging sie zuletzt wieder auf Tuchfühlung zum Rekordhoch.

Zudem sieht es charttechnisch gut aus. So konnten die Papiere trotz der jüngsten Schwäche ihre 200-Tage-Linie halten – diese wird als Indikator für den längerfristigen Trend von Börsianern stark beachtet. Zudem könnte bei einem Sprung über das Zwischenhoch von Anfang Februar bei 37,93 Euro die Bodenbildung als abgeschlossen gelten. Das Papier zählte in den vergangenen Jahren vor allem dank der gut laufenden Paketsparte, die vom Online-Boom profitiert, zu den erfolgreichsten Aktien im Dax . Seit einem Zwischentief Anfang 2016 zog der Börsenwert fast um 90 Prozent auf zuletzt 46 Milliarden Euro an.

Dies hatte im Herbst bei den Verhandlungen zu einer möglichen Jamaika-Koalition Begehrlichkeiten geweckt – immerhin hält der Bund über die staatseigene Förderbank KfW immer noch 21 Prozent des 2000 an die Börse gebrachten Unternehmens. Das Paket ist derzeit fast zehn Milliarden Euro wert. Da die Staatskassen derzeit gut gefüllt sind und die FDP, die auf einen Verkauf von Staatsbeteiligungen gedrängt hatte, nicht an der Regierung ist, war zuletzt von einem Teilverkauf keine Rede mehr./stw/zb/ag/fba


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